Sport - 16.08.21

Ironman Frankfurt mit der Mainova-Staffel

Anfang Juli nahm ich an einem Gewinnspiel der Mainova teil, bei dem vom Hauptsponsor Startplätze in drei Staffeln für den Ironman in Frankfurt verlost wurden. Zu meiner freudigen Überraschung gewann ich und bekam Mitte des Monats mitgeteilt, dass ich einen Monat später in der Staffel von Profi-Triathletin Anna-Lena Best-Pohl teilnehmen werde.

In meiner Anmeldung gab ich an, dass ich gerne als Schwimmer starten möchte. Die Schwimmstrecke ist im Langener Waldsee in zwei Abschnitte unterteilt. Zuerst werden 1,5 km geschwommen und nach einem kurzen Landgang (Australian Exit) nochmal 2,3 km, ehe es in die Wechselzone und auf das Rad geht. Anfang August erfuhr ich dann, dass ich als zweiter Schwimmer starten werde. Die Spannung und Aufregung stieg!

Vor dem Ironman fand noch ein letztes Mal eine Sailfish Swimnight statt. Hier kann man Neoprenanzüge testen und in einer großen Gruppe schwimmen, wie beim Wettkampf. Konnte nicht schaden, auch wenn der letzte Triathlon erst Anfang August war, allerdings ohne Neo. Zum ersten Mal nahm ich an so einem Event teil und schwamm eine große und eine kleine Runde, was fast der Distanz entspricht, die ich beim Ironman schwimmen muss. Am Ende war ich dann doch sehr von der Zeit überrascht: 45 Minuten. Die Anzüge konnte man zum Vorzugspreis erwerben und ich gönnte ihn mir als frühzeitiges Geburtstagsgeschenk.

Neben dem Startplatz war im Gewinn auch ein Koppeltraining mit Anna-Lena Best-Pohl enthalten. An dem Wochenende hatte ich leider keine Zeit und traf die anderen Teilnehmer meiner Staffel erst einen Tag vor dem Ironman bei der Wettkampfbesprechung und Registrierung. Für uns Schwimmer war es sehr einfach. Die Staffeln gehen als letzte Athleten ins Wasser und beim Landgang wird der Chip übergeben. Der zweite Schwimmer muss durch die Wechselzone zum Rad laufen und dort den Chip übergeben. Nach dem Briefing durch den Renndirektor ging es zur Teststation und Registrierung. Es gab ein Armband je nach Test-/Impfstatus und ein Athletenarmband. Wir erhielten unsere Badekappen, eine Startnummer und Nummerntattoos, zusammen mit einem Ironman-Rucksack. Dazu gab es von der Mainova noch einen Einteiler für den Wettkampf und ein Laufshirt.

Am Sonntag trafen wir uns um 5:45 Uhr am Langener Waldsee. Liebenswerterweise fuhr mich Kristina wieder in aller Frühe an den See und vom Kieswerk aus ging ich zu Fuß die letzten Meter zum Treffpunkt. So konnte ich eine Stunde länger schlafen und musste nicht zwischen 4 und 5 Uhr einen der Athletenbusse aus der Stadt nehmen. Langsam wurde es immer heller und über dem See lag eine Nebelschicht. Ein sehr schöner Anblick. In der Ferne hörte man bereits die Musik und konnte die Tore sehen, die am Strand aufgebaut waren. Vor 6 Uhr war schon Partystimmung. Man blickte in lauter motivierte Gesichter.

     

Der Start war für 6:25 Uhr angesetzt, wurde aber aufgrund von Verkehrsproblemen auf 6:35 Uhr verschoben. Die Wassertemperatur betrug 23,7° C und damit war für Profis der Neo verboten, für alle anderen erlaubt. Aufgrund der Lufttemperatur von 15° C war ich froh, dass ich ihn tragen konnte. Ich hatte sonst nur mein Laufshirt von der Mainova dabei. 

Die Athleten reihten sich nach Schwimmgeschwindigkeit auf, schön mit Abstand. Ein sehr lange Schlange bildete sich vor dem Tor, durch das alle in den See laufen mussten. Um 6:56 Uhr war es dann so weit, dass die Staffelschwimmer ins warme Nass sprangen. Die Profis waren zu dem Zeitpunkt schon auf der zweiten Runde. Wir zweiten Schwimmer begaben uns zum Landgang und warteten. Der erste Staffelschwimmer kam nach 23 Minuten raus, gut zu erkennen an der blauen Kappe. Mein Staffelpartner foglte nur drei Minuten später. Wir konnten ja Vollgas geben, da uns danach keine weitere Anstrengung erwartete.

Die Chipübergabe dauerte nicht lange und schon war ich im See. In der Hektik achtete ich nicht auf meine Uhr und drückte einfach nur auf Start. Vermutlich ist sie aufgrund von Inaktivität vorher wieder von Freischwimmen in den Uhrmodus zurückgekehrt und so trackte ich nicht, wie viele Extrameter ich schwomm. Zum Überholen und Ausweichen musste man ja hier und da nach rechts und links schwimmen und generell habe ich im See ja meine Probleme geradeaus zu schwimmen. Ich war hochmotiviert und gab Gas. Mit dem Neo lag ich richtig gut im Wasser und benutzte auch die Beine mehr als sonst, da mir ja nur der Lauf durch die Wechselzone bevorstand. Die Brille war von Anfang an dicht, was mich positiv überraschte, allerdings beschlug sie nach einer Viertelstunde. Nach der ersten Wende schwamm ich dann gegen die Sonne und konnte nur sehr schlecht erkennen, wo die nächste Boje ist. Ich orientierte mich einfach an den anderen Schwimmern, die aber wahrscheinlich ebenfalls das Problem mit der Sonne hatten. Nach der zweiten Wende konnte ich dann schon das Ziel sehen und je näher es kam, desto schneller schwamm ich. Dann ging es auch schon nach 46 Minuten und 58 Sekunden aus dem Wasser und in die Wechselzone. Zuerst muss man durch den Sand leicht bergauf laufen. Viele Athleten gingen hier, um Kraft zu sparen, aber ich hatte es ja nicht mehr weit und lief die ganze Strecke, ganz schön aus der Puste, an den Beuteln vorbei, durch die Umkleide durch, den ganzen Weg zu den Fahrrädern im Neo und mit Kappe auf dem Kopf. Der Chip war schnell übergeben und schon war Anna-Lena auf dem Weg. Ihr standen knapp 100 km bevor. Der Übergang dauerte drei Minuten und 25 Sekunden - da war keine Staffel schneller und wir waren die zweitschnellste Schwimmstaffel mit ein paar Minuten Rückstand.

Fertig. Das war es. Kurz nach Acht war der anstrengendste Teil des Wettkampfs für mich vorbei. Im Schnitt schwamm ich offiziell mit 2:03 Minuten/100m, aber offiziell schwamm ich auch nur 2,3 km. Das mit dem Tracking ärgert mich jetzt schon, aber es lässt sich im Nachhinein nicht mehr ändern.

Am See konnte man Duschen und sich dann entspannt zum Kieswerk bewegen, von wo aus Shuttlebusse wieder in die Stadt fuhren. Einige Schwimmer waren mit dem Auto oder Fahrrad angereist und waren schon weg. Zusammen mit zwei Schwimmern aus der Eintracht Frankfurt-Mitarbeiterstaffel fuhr ich nach Sachsenhausen und ging dann zum Wechselpunkt von Radfahrerin 1 auf Radfahrerin 2. Die ersten Athleten waren zu dem Zeitpunkt schon auf der zweiten Radrunde, also hatten sie schon über 100 km in den Beinen. Sehr komfortabel war hier die Tracking App von Ironman. So waren das Team genau darauf vorbereitet, als Anna-Lena zum Wechsel kam. Die Strecke fuhr sie im Schnitt mit mehr als 34 km/h. Die zweite Fahrerin gab auch Gas und zusammen absolvierten sie die 182,6 km in 5:29:30 Stunden. Super Zeit!

Mittlerweile waren es über 30° C und die Sonne knallte brutal. Da war selbst das Zuschauen und Anfeuern anstrengend. Die beiden Läufer rannten den Marathon unter vier Stunden und um 17:43 Uhr liefen wir als Staffel zusammen über die Ziellinie. Zielzeit 10:46:41 Stunden und damit zweiter Platz. Ohne die Staffel hätte ich diesen Moment wohl nie erlebt, weil eine Langdistanz sehe ich bei mir nicht in naher und ferner Zukunft. Du läufst über den roten Teppich vom Mainkai zum Römerberg, überall stehen Leute und klatschen, der Moderator sagt Deinen Namen und dass Du jetzt ein Ironman bist. Das ist schon ziemlich besonders und dafür bin ich gerne um 4:45 Uhr aufgestanden. Im Athletendorf bekamen wir noch ein Finisher-Shirt und eine Medaille und machten uns im Anschluss auf den Weg nach Hause. Der Tag hat definitiv Lust auf den nächsten Triathlon gemacht und vllt. klappt es irgendwann ja auch mit der Mitteldistanz.

  

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