Reisen

Zu wenig Zeit und Karibik-Feeling auf Tasmanien

Vorweg: Tasmanien hat sehr viel zu bieten! Eine Woche war viel zu wenig Zeit für diese Insel. Hier kann man locker drei Wochen und mehr verbringen.

Mit dem Skybus ging es in Melbourne zurück zum Flughafen und es folgte der Hauptgrund der Reise: der Besuch bei meinem Onkel und seiner Familie, die seit 2006 auf Tasmanien lebt. Am Flughafen wurde ich schon erwartet, da der Flieger ein bisschen Verspätung hatte. Der Flughafen in Launceston ist von der Größe her sehr überschaubar und die Mietwagenfirmen haben ihre Schalter bei der Gepäckausgabe, was sehr praktisch ist. Als Gefährt für die nächste Woche hatte ich einen Toyota Corolla mit Automatik. Da hatte ich beim Linksverkehr jetzt auch nichts gegen einzuwenden, auch wenn man sich ans Schalten recht schnell gewöhnt. Die Erfahrung hatte ich ja in Namibia schon gemacht.

Mein Onkel und eine meiner Cousinen holten mich ab und meine Cousine, die mich zuletzt gesehen hatte, als sie acht oder neun Jahre alt war, fuhr mit mir im Auto zurück, um mich nach Sheffield zu lotsen. Auf der Landkarte sieht alles auf der Strecke nach größeren Straßen aus, aber in der Realität sind manche dann doch nur ziemlich enge Landstraßen, auf die ich dann teilweise wohl nicht sofort abgebogen wäre. Zu Hause erwartete mich meine Tante und wir unterhielten uns bis spät in die Nacht.

 

Als Aktivität für das Wochenende stand Fliegenfischen auf dem Programm. Der Verein, in dem mein Onkel Mitglied ist, hat eine Hütte in Miena, ganz in der Nähe der Little Pine Lagoon, einem in Australien unter Anglern ganz bekannten Gewässer. Mein Onkel hat mir auch schon mehrfach vorgeschlagen, dass ich im Januar das Bronte Fly Fishing Camp absolvieren solle, aber bisher hatte ich dafür noch keine Zeit. Gefangen haben wir nichts, aber die Landschaft war wunderschön, auch auf dem Weg in das Hochland. Ich sah während der Fahrt einige neue Tierarten: Wallabys (kleine Kängurus), Ekidnas (Ameisenigel) und Wombats. In der Hütte waren wir an dem Wochenende alleine und konnten die Matratzen direkt vor den Holzofen legen. Nachts wurde es schon noch recht kalt.

    

Auf dem Rückweg hielten wir noch bei den Liffy Falls und der Ashgrove Tasmanian Farm in der Nähe von Elizabeth Town an und kauften Käse. Man kann hier viele Produkte probieren und ein Stop lohnt sich auf jeden Fall. Für das Abendessen kauften wir in Devonport noch Känguru-Hackfleisch und Wallaby-Würstchen. Geschmacklich lagen die Würstchen vorne, allerdings hätten wir die Frikadellen nicht auf dem Grill, sondern in der Pfanne mit viel Fett braten müssen. Den Tipp erhielt ich jedoch erst später.

Roadtrip an die Ostküste

Mein Onkel entschied sich spontan, mich auf meinem Roadtrip an die Ostküste zu begleiten, was mich sehr freute. Der Freycinet-Nationalpark, Bicheno und die Bay of Fires waren unsere Ziele. Zwei Männer, drei Übernachtungen und viel zu viel Zeug im Kofferraum. Es konnte losgehen! Ohne mein Shampoo, Deo und die Zahnpasta zu kennen, packte meine Tante für meinen Onkel die Kulturtasche und ironischerweise war alles identisch, bis auf die Größe, da ich ja durch das Fliegen bei der Größe limitiert war.

Die ersten zwei Nächte blieben wir in Bicheno, wo wir am ersten Tag zuerst das Blowhole anschauten und danach im Meer angeln gingen. Abends gingen wir ins Beachfront Bicheno, um Bier zu trinken. Im Hintergrund lief die ganze Zeit eine Lotterie, die man in Tasmanien in Bars spielen kann: Keno. Zum Zeitvertrieb kauften wir auch ein paar Lose, hatten aber leider kein Glück. Dafür war es spannend.

   

Wanderung auf den Mount Amos im Freycinet-Nationalpark

Am nächsten Morgen holten wir uns bei der Touristeninformation im Ort ein Ticket für das Auto für den Freycinet-Nationalpark. Bis zum Parkplatz dauerte die Fahrt ungefähr 45 Minuten und wir hatten bestes Wetter. Es gibt einige, auch mehrtägige, Wanderwege im Park, aber wir entschieden uns, da wir nur einen Tag hatten, nur auf den Mount Amos zu steigen, um von dort aus die Aussicht auf die Wineglass Bay zu genießen. Am Parkplatz kamen erstmal zwei Wallabys zu unserem Auto, die von Besuchern zu oft gefüttert wurden und daher keine Scheu hatten. Die Wanderung kann ich nur empfehlen, aber am besten kommt man mit mehr Zeit in den Park, da man unten am Strand auch zelten kann. Vor und nach der Wanderung muss man sich in ein Buch ein- und austragen.

 

Bevor wir wieder nach Bicheno fuhren, hielten wir noch in Coles Bay an, um einzukaufen und am Wasser zu essen.

Die Landschaft genießen bei der Bay of Fires

Unsere nächste Unterkunft für eine Nacht war der Hillcrest Tourist Park in St. Helens. Mein Onkel war vor ein paar Jahren schon mal mit dem Zelt da, dieses Mal hatten wir eine kleine Hütte mit Küche. Nachdem wir die Unterkunft bezogen hatten, fuhren wir nach Binalong Bay, auf der anderen Seite der Bucht und gingen an den Strand. Für eine kurze Zeit fühlte ich mich, als wäre ich in der Karibik.

  

Wer mit dem Zelt unterwegs ist, kann dort auch nah am Strand campen. Wir fuhren mit dem Auto so weit es ging bis zum Parkplatz und machten dort den Bay of Fires Coastal Walk. Auch hier könnte man gut mehr Zeit verbringen und sich einfach an den Strand legen.

   

Am Abend fuhren wir zur Burns Bay, in der Nähe unserer Unterkunft und angelten. Wir fingen zwar keinen Fisch, sahen aber eine sehr schöne Landschaft und einen schönen Sonnenuntergang. Für den nächsten Tag versuchten wir noch einen Angelguide zu buchen, aber der, der einen Flyer auf dem Campingplatz ausliegen hatte, war leider schon ausgebucht.

 

Die Zeit verging wie im Flug und wir mussten wieder zurück nach Sheffield. Am nächsten Morgen fuhr ich wieder zum Flughafen nach Launceston und flog nach Sydney. Nach Tasmanien werde ich auf jeden Fall wiederkehren.

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