Tauchen in Makadi Bay

Reisedaten und Infos Ausführlicher Reisebericht

Reisedaten und Infos

16.11.2019 - 23.11.2019

Ein reiner Tauchurlaub. Keine Ausflüge ins Landesinnere, Kamelreiten oder Quad fahren. Nur Tauchen. Es war wunderschön im Roten Meer und jetzt habe ich meinen Advanced Open Water Diver und darf mit Nitrox tauchen.


Flüge

Frankfurt - Hurghada
Hurghada - Frankfurt

Jeweils Direktflüge mit Condor. Gebucht hatte ich Anfang Oktober für 359 €.

 


Reiseverlauf

Nach dem Flug und dem Einreiseprozedere fuhr uns unser Fahrer von MyDriver Hurghada für 18 € zum Hotel, dem Jaz Makadina. Am Abreisetag holte er uns gegen 15 Uhr wieder ab. Wir blieben den ganzen Urlaub über im Hotel, da die Tauchbasis direkt vor Ort war. Tauchausflüge mit dem Boot führten uns etwas nach Süden, aber da sieht es an Land aus wie in Makadi Bay: Wüste oder Hotels.

 


Essen

Im Hotel gab es orientalische Küche, aber auch westliches Essen. Die Live-Küche vom Grill war richtig gut! Zum Frühstück kann man sich ein Omelette kreieren, Waffeln, Crepes, Obst oder einfach nur Brötchen und Brot mit Aufschnitt essen. Mittags und Abends gibt es warme Küche, zwischendurch eine Snackbar mit Pizza (kein Highlight, aber wenn man nach dem Tauchen Hunger hat, ganz ok). Klassisches Buffet halt. Wir waren auch einmal im à la Carte-Restaurant. Dort war ein Besuch pro Aufenthalt kostenlos. Beim Alkohol haben wir uns hauptsächlich auf Bier beschränkt, Softdrinks kommen aus dem Hause PepsiCo.


Geld

Ägyptische Pfund soll es geben. Ich habe den ganzen Urlaub über kein einheimisches Geld in der Hand gehabt. Das Visum habe ich mit US$ bezahlt, die Fahrt zum Hotel mit Euro und den Rest mit Kreditkarte.


Internet

WLAN im Hotel war kostenlos und auf 512 kbit beschränkt. Das reicht für Whatsapp, für mehr aber auch nicht. Am Flughafen kann man sich günstig Simkarten kaufen. Im Hotel auch, aber für mehr Geld.


Auf nach Ägypten!

Im Herbst erwähnte mein bester Freund, er wolle gerne seinen Tauchschein machen. Da ich seit dem Urlaub in Mexiko auch nicht mehr zum Tauchen gekommen war, dauerte es nicht lange, bis wir mit der Planung eines reinen Tauchurlaubs begonnen hatten.

Schnell war Ägypten als Ziel auserkoren, da im November noch angenehme Temperaturen herrschen und es nur wenige Flugstunden sind. Nun begann die Qual der Wahl: welche Tauchregion und welches Hotel soll es werden? Am Ende setzte sich Makadi Bay mit dem Jaz Makadina durch und mittlerweile waren wir auch vier Personen. Durch unsere Wohnorte - quer durch Deutschland verteilt - reisten wir alle individuell an. Ich reiste mit Erik aufgrund von besseren Flügen Samstag an, Dominic Sonntag und Manuel am Mittwoch.

Maske und Schnorchel waren schon vorhanden. Vorab kaufte ich noch einen Tauchcomputer (Amazon Warehousedeals lohnen sich!), ein eigenes Mundstück, Flossen und Füßlinge. Nach dem Urlaub weiß ich auch, was ich noch kaufen werde: einen eigenen Bleigurt mit Taschen. Das ist sehr viel angenehmer, als ständig Bleigewichte auf den Gurt auf- und abzuziehen.

Der Flug mit Condor verlief problemlos und es beim Landeanflug hatte man eine schöne Aussicht. Am Flughafen in Hurghada ging es erstmal in die Schlange zum Visum. US$ 25 oder 23 € kostet der Sticker, der mir gelangweilt auf die drittletzte Seite meines Passes geklebt wurde. Danach in die Passkontrolle, wo ein Stempel auf den Sticker kommt und man die ausgefüllte Einreisekarte abgibt. Im Anschluss muss man direkt hinter der Passkontrolle den gestempelten Sticker vorzeigen. Immerhin bekam ich von zwei Beamten Komplimente für meinen Bart. Nachdem die Bürokratie erledigt war, ging es zum Gepäckband, welches mittlerweile schon lief und vor der Halle wartete unser Fahrer, den wir by mydriver gebucht hatten, auf uns. Die Fahrt zum Hotel kostete uns 18 € und wir wurden mit Frankfurter Deutschrap beschallt. Eine Simkarte mit 16 GB Datenvolumen für 9 € kauften wir uns nicht. Wer auf schnelles Internet angewiesen ist, sollte das vllt. tun. Das kostenlose Internet im Hotel war nicht schnell, aber für Whatsapp ausreichend.

Im Hotel angekommen gab es einen Welcomedrink und die Überraschung, dass die kurzfristige Zubuchung von Erik auf mein Zimmer nicht ganz erfolgreich war. Also nochmal nachbezahlt und alles zur Klärung an das Reisebüro gegeben. Das Zimmer war schön geräumig, das Bett gefühlt 2,5 Meter breit. Minibar kostet, trotz AI, aber der Weg zur Bar ist nicht weit. Das Buffet ist sehr lecker, teilweise mit Live-Küche. Ins á-la-Carte-Restaurant sind wir am letzten gemeinsamen Abend gegangen. Ein Besuch pro Aufenthalt war kostenlos. Das Personal spricht teilweise deutsch und man hat selten kein Getränk, wenn man am Strand oder Pool liegt, oder abends in der Nähe der Bar sitzt. Am Pool bekommt man am Nachmittag oft Besuch von Verkäufern (Quad-Tour, Kamelreiten usw.), die aber weiter ziehen, wenn man sagt, dass man kein Interesse hat und zum Tauchen da ist. Ob das jetzt 5* wert ist, kann ich mangels Vergleich in Ägypten nicht beurteilen.

Tauchen mit Scubaworld

Um 8:30 Uhr sollten wir zum Check-In beim Tauchcenter sein, welches direkt am Hotel liegt. Vorab hatten wir Kontakt aufgenommen und uns so 10% Rabatt gesichert. Den Rest der Ausrüstung, den ich nicht dabei hatte, lieh ich mir am Center. Der Neoprenanzug hatte 5mm, trotz 27° C Wassertemperatur. 

Als erstes machte ich den Check-Dive vom Steg aus am Hausriff. Der AOWD-Kurs sollte am nächsten Tag um 9 Uhr starten, daher lies ich mich für den Nachmittag in die Liste für den Tauchgang vom Boot aus eintragen. Es ging zum Tauchplatz Fort Arabesque.

Am Ende des Stegs sind die Pressluftflaschen und das Blei. Man setzt die Ausrüstung dort in Ruhe zusammen und macht dann den Buddy-Check. Spüli für die Maske ist auch vorhanden. Dann kann man über eine Leiter entspannt ins Wasser und sich dort die Flossen anziehen, oder vom Steg aus ins Meer springen. Der Check-Dive dauerte 45 Minuten und unterwegs sah ich zwei kleine Rochen, eine junge Muräne und sehr viele Fische am Hausriff.

Am Tauchcenter gibt es drei Wasserbecken, wo man die Ausrüstung nach dem Tauchgang reinigt und für die gesamte Tauchzeit hat man ein eigenes Schließfach, wo man seine Ausrüstung über Nacht lagert. Neoprenanzug, BCD und Schuhe hängt man auf Kleiderbügel mit seiner Fachnummer. 

Beim 2. Tauchgang fuhren wir mit einem kleinen Boot ca. 15 Minuten zum Tauchplatz. Auf dem Weg und am Steg waren ziemlich hohe Wellen, am Ziel war es überraschenderweise ruhig. Erik konnte deswegen am Nachmittag nicht seinen ersten Tauchgang machen und verbrachte den Tag mit Theorie.

Insgesamt waren wir acht Taucher, ein Guide und ein Kameramann. Drei erfahrene Taucher bildeten Gruppe 1, wir waren Gruppe 2 und jeder bekam einen Buddy. Wir tauchten am Riff entlang, sahen wieder eine Muräne und auch eine Schildkröte und viele bunte Fische. Da bietet sich doch der Spezialtauchgang Fischidentifizierung beim AOWD an. Auch bei der Tarierung geht noch einiges, wie ich bemerkt habe. Je weniger Luft man in die Jacke pumpen muss, desto länger kann man ja auch tauchen. Der letzte Tauchgang war bei mir ja knapp ein Jahr her. Die alte GoPro war auch am Start, allerdings ist das Gehäuse nach sechs Jahren scheinbar nicht mehr ganz dicht. Zum Glück hatte ich einen zusätzlichen Dichtungsring dabei, den ich im Bad testen konnte, bevor es wieder ins Meer ging.

AOWD und Nitrox

Am Montag begann der AOWD. Mein Tauchlehrer war Haridi und wir begannen nach dem Papierkram direkt mit dem Briefing für den ersten Tauchgang: Tarierung in Perfektion. Später folgte noch die Fischidentifizierung. Die Sicht im Meer war heute richtig schlecht. Teilweise weniger als einen Meter. Auch mal eine neue und gute Erfahrung, nachdem ich zuvor immer bei bester Sicht im Meer war. Abends kümmerte ich mich noch um die Wiederholungsfragen und freute mich auf den zweiten Tag, an dem der Tief- und Navigationstauchgang am Hausriff anstand.

Wieder starteten wir vom Steg aus und die Sicht war immer noch bescheiden. Je weiter wir raus tauchten, um so besser wurde sie aber. Für den Rest des Kurses hatte ich einen Buddy: Andi. Wir tauchten bis auf 27m tief und verbrachten ein paar Minuten am Riff, ehe wir uns wieder auf den Rückweg machten. Beim Orientierungstauchgang blieben wir nah am Strand, tauchten zwei Quadrate und beschäftigten uns danach mit Fischen am Riff. Wieder gab es Wiederholungsfragen für den Abend. Mit Haridi besprachen wir, dass wir am dritten Tag gerne mit Nitrox tauchen wollten und im Anschluss noch den Kurs belegen wollten. Da wir noch Zeit hatten, schauten wir uns das 40 Minuten lange Video am Nachmittag an.

Bei unserem Nitroxtauchgang hatten wir noch einen weiteren Taucher dabei und es war eher ein Fundive. Wir tauchten mehrere Riffe ab, sahen viele Fische, Rochen und auch eine große Muräne. Wieder an Land beantworteten wir die Wiederholungsfragen und legten die Prüfung für Nitrox ab. Im Anschluss erhielten wir unser AOWD-Brevet und die Nitrox-Zertifizierung. Ich war selber überrascht, dass für den AOWD die Tauchgänge und Wiederholungsfragen reichen.

Am Nachmittag wollte ich nochmal tauchen und hatte Glück, dass ich bei Eriks letztem OWD-Tauchgang mit durfte. Unterwegs sahen wir eine Seeschlange, Rochen, einen Steinfisch, eine Schildkröte, einen Feuerfisch und eine kleine Muräne. Während Erik seine OWD-Prüfung ablegte, buchte ich uns für den kommenden Tag auf zwei Bootstauchgänge mit Nitrox, da Erik ebenfalls noch das Zertifikat erlangte. Alternativ wurden zwei Wracktauchgänge (Salem Express) angeboten, allerdings ab AOWD-Level, da es in 30m tiefe liegt.

Tauchgänge vom Boot aus

Donnerstag ging es mit zwei Guides und zehn Tauchern auf einem der größeren Boote raus, Erik und ich waren Buddies und tauchten mit Asal als Guide und Nitrox. Unser erster Tauchplatz war Ras Disha, den wir nach knapp 15 Minuten Fahrt erreichten. Es ging auf 13 m herunter mit drei Buddy-Teams. Wir sahen eine etwas größere Muräne, Rochen und viele Fische an einem tollen Riff. Teilweise wurden wir auch einfach von der Strömung getrieben (oder mussten dagegen antauchen).

Tauchplatz #2 war Abu Hashish, wo wir 18m tief tauchten und wieder sehr viel Leben unter Wasser war. Wir sahen einen Oktopus, mehrere Rochen, Muränen, eine Seeschlange und einen interessanten Fisch, den wir allerdings nicht richtig identifizieren können. Von der Körperform her geht es in Richtung Barracuda, aber leider war er etwas weit weg und ziemlich flott unterwegs. Der Akku der GoPro machte - wie erwartet - ziemlich schnell schlapp, aber ein paar Fotos und Videos konnte ich machen. Die Crew an Bord machte einen guten Job und half viel mit der Ausrüstung. Die Flossen wurden vor dem Tauchgang zugeklickt (sich mit dem ganzen Equipment zu bücken ist ja nicht so einfach) und nach dem Tauchgang wurden die Flaschen direkt abgenommen, ehe man zurück zum Platz ging. Während der Fahrt konnte man oben aufs Sonnendeck. Nach der Rückkehr schreib ich mich für den nächsten Tag direkt wieder auf die Liste, da Freitag der letzte Tauchtag war.

  

Pünktlich um 8:30 Uhr war ich wieder am Tauchcenter, packte meine Kiste zusammen und ging zum Briefing. Während die Kisten verladen wurden, erklärte Haridi, wo wir heute tauchen sollten. Zum ersten Tauchplatz, Ras Rashid, fuhren wir 30 Minuten Richtung Süden. Hier geht es steil in den Abgrund, bis auf über 80m. Wir tauchten am Riff entlang, sahen Muränen und viele Fische. Bei 120 bar auf der Flasche drehten wir um und am Ende hatte ich noch 70 bar übrig.

Während der Stunde Ruhezeit fuhren wir zum nächsten Tauchplatz, Ras El Arab, und es stand im Raum, dass wir einen Strömungstauchgang machen könnten. Das hat dann leider nicht geklappt, aber wieder tauchten wir an einer steilen Riffkante und sahen Muränen, Rochen und viele der üblichen Fische. Nach knapp 50 Minuten war mein letzter Tauchgang des Urlaubs vorbei, ich verstaute an Bord mein Equipment und es ging wieder Richtung Makadi Bay. Nach der Säuberung der Sachen folgte der Checkout und ich verbrachte den Rest des Urlaubs in der Sonne.

   

Im Roten Meer werde ich bestimmt nochmal tauchen, aber jetzt sind erstmal andere Länder dran. Beim nächsten Tauchgang ist dann auch eine neuere Kamera am Start, die mir bessere Nachbearbeitung ermöglicht, und ich werde Rotfilter dabei haben.

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