Reisen

Flops unterwegs

Bei der Durchsicht meines Pinterest-Boards Reiseideen bin ich auf ein Bild vom Hidden Beach in Mexiko gestoßen. Der ist - wenn er perfekt fotografiert ist - natürlich ziemlich schön, aber ich kann mich leider nur an eine Massenveranstaltung erinnern, die vom Charme der Bilder so gar nichts hatte. Ich war 2014 dort, am Ende des Roadtrips von Mexico City nach Puerto Vallarta. Das zeigt auch, wie oft ich Pinterest benutze - so gut wie nie. Das Bild dümpelte da über fünf Jahre vor sich her.

Je länger ich über das Thema nachdenke, haben viele der Flops im Urlaub mit Massentourismus zu tun und der vorherigen Annahme, dass die Orte nicht überlaufen seien. Auf den Fotos sind kaum Menschen zu sehen, das Wetter ist perfekt. Vor Ort ist es dann sehr voll und das Wetter kann man sich ja nicht unbedingt aussuchen. Das heißt nicht, dass ich die Besuche bereue, aber vllt. sollte ich bei meiner Vorbereitung mal anders recherchieren. Der Sonnenaufgang auf dem Fuji zum Beispiel war wunderschön, aber man wanderte in einer riesigen Menschenmasse. Das krasse Gegenteil: am Fansipan in Vietnam sah man teilweise stundenlang keine anderen Wanderer. Heute ist man wahrscheinlich noch einsamer, weil es ja inzwischen die Seilbahn gibt. Dafür wird es auf dem Gipfel voller sein.

Kulinarisch wurde ich natürlich auch schon enttäuscht und da hauptsächlich in Vietnam. Mehrfach Baguette, das nach Pappe schmeckte und Schnecke mit Zwiebeln, was man auch eher Schleim mit Zwiebeln nennen konnte. Auch der gegrillte Seeigel mit Wasabi auf Phu Quoc schmeckte einfach nur nach Wasabi, wobei mir Seeigel generell nicht schmeckt. Das konnte ich dann später in Japan feststellen.

Auch bei der Unterkunft gab es schon das ein oder andere Lowlight. Das Banana Bungalow Hostel auf Maui war nicht so der Hit. Allein schon, dass wir vom Taxifahrer mit "Oh, I hate taking you there" begrüßt wurden, hätte uns warnen müssen. Oder wollte er uns zu einer Unterkunft bringen, wo er Kommission bekommt? Wir waren uns nicht sicher, aber die Warnung war ehrlich. Das Hostel bot zwar jeden Tag kostenlose Ausflüge an, aber es hat uns einfach nicht gefallen. Es war nicht sonderlich sauber und zum Supermarkt musste man lange mit dem Bus fahren. Bei einem der Wochenendtrips in Indonesien war eine Unterkunft einmal so schäbig, dass ich vor Ekel das ganze Wochenende nicht auf Toilette musste. Der Rest war eigentlich ok, bis auf hier und da mal durchgelegene Matratzen. Es ist halt oft so: you get what you pay for.

Glücklicherweise fallen mir nicht sehr viele Flops bei Sehenswürdigkeiten ein. Hier sind die Top 3 - aufgrund von Massentourismus:

1. Hidden Beach auf den Marieta-Inseln (Mexiko)

Schon unser Ausflugsboot gehörte zur größeren Klasse und war gut gefüllt. Vom Ankerplatz aus schnorchelten wir mit Schwimmweste durch einen Tunnel zum Strand und wir waren nicht das einzige Ausflugsboot. Entsprechend voll war es. 

 

2. Aufstieg zum Fuji (Japan)

Wie schon im Bericht erwähnt, begeben sich täglich tausende Wanderer auf den Weg zum Gipfel und wir waren noch nicht einmal am Wochenende unterwegs. Allerdings wählten wir auch die Hauptroute, während es noch vier andere Wege gibt. Ob die auch so überlaufen sind, weiß ich nicht, aber man trifft sich dann ja am Gipfel. 

 

3. Seljalandsfoss (Island)

Am Parkplatz bereits ahnten wir, dass es voll werden würde. Auf Island ist es generell so, dass man sehr lange keinem Fahrzeug auf der Straße begegnet und dann bei einer Sehenswürdigkeit der Parkplatz gerammelt voll ist. Oft ist es auch bewölkt, aber es ist halt Island. Einige Fotografen erstellen so viele Bilder mit Stativ, dass Software sie so zusammensetzen kann, dass man keine anderen Menschen sieht. Dafür muss man natürlich die Zeit mitbringen und das Wetter muss auch stimmen. Bei uns war das Wetter eher bescheiden, aber es war trotzdem beeindruckend. Auf den Fotos sieht es zwar nicht voll aus, war es aber.

 

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