Campingreise durch Namibia mit Abstecher nach Simbabwe

Reisedaten und Infos Ausführlicher Reisebericht

Reisedaten und Infos

17.06.2016 - 06.07.2016

Im Juni ist Winter in Namibia und die Temperaturen können in der Nacht auf den Gefrierpunkt fallen, während es tagsüber angenehm warm ist. Zuerst machten wir zu viert, mit unseren Freunden Natalie und Daniel, einen Roadtrip durch Namibia und flogen dann zu zweit für vier Tage an die Victoria Wasserfälle nach Simbabwe.

Im ersten Abschnitt sind Informationen zur Organisation der Reise zusammengestellt und etwas weiter unten kommt der Reisebericht mit vielen Fotos.


Flüge

Frankfurt - Windhuk mit Condor (Nachtflug)
Windhuk - Victoria Falls mit Air Namibia
Victoria Falls - Windhuk mit Air Namibia (ursprünglicher Flug fiel aus, Rückflug einen Tag später mit einer Ersatzmaschine)
Windhuk - Frankfurt mit Condor (Nachtflug)

Glücklicherweise waren die Langstreckenflüge nicht ausgebucht, so dass man mehrere Plätze für sich hatte. Der Flug dauert um die zehn Stunden.


Reisehighlights

Victoria Wasserfälle
Etosha Nationalpark
Sossus- und Deadvlei
Fish River Canyon
Dinner Cruise auf dem Sambesi


Reiseverlauf

Ankunft in Windhoek und Fahrt mit dem Mietwagen zur Kalahari Anib Lodge bei Mariental (1 Übernachtung)
Weiterfahrt nach Ai-Ais zu den heißen Quellen (1 Übernachtung) 
Besuch vom Fish-River-Canyon und Übernachtung im Canyon Road House in der Nähe (1 Übernachtung)
Zwischenstop auf dem Weg nach Sesriem auf der Aubures Campsite in der Nähe von Helmeringhausen (1 Übernachtung - unser Favorit)
Fahrt zur Sossus Oasis Campsite in Sesriem und Besuch vom Dead- und Sossusvlei (2 Übernachtungen)
Weiterfahrt nach Swakopmund und Übernachtung im Sophia Dale Basecamp; Sandboarding (2 Übernachtungen)
Fahrt zur Brandberg White Lady Lodge Campsite mit kurzem Stop bei einem Schiffswrack (1 Übernachtung)
Wandzeichnungen von Twyfelfontein und Stop bei der Hoada Campsite auf dem Weg zum Etosha Nationalpark (1 Übernachtung)
Fahrt durch den Westteil vom Etosha Nationalpark und Übernachtung auf der Toshari Campsite (1 Übernachtung)
Fahrt durch den Ostteil vom Etosha Nationalpark und Übernachtung auf der Onguma Leadwood Campsite (1 Übernachtung)
Zwischenstop auf dem Weg zum Flughafen auf der Weaver´s Rock Campsite (1 Übernachtung)

Rainbow Hotel in Victoria Falls (3 Nächte)
The Kingdom Hotel in Victoria Falls (1 Nacht wegen Flugausfall)

Wir haben alle Unterkünfte vor der Reise direkt gebucht. Bis auf den Campingplatz in Sesriem hätten wir überall auch so aufkreuzen können.

Alle Campingplätze verfügten über Duschen und WCs. Diese waren teilweise direkt am Stellplatz, oder in einem zentralen Gebäude, welches schnell zu erreichen war.

Ebenfalls verfügten alle Campingplätze über eine Feuerstelle und hatten teilweise auch ein Grillrost (ist auch in der Campingausstattung vom Mietwagen enthalten). Feuerholz konnten wir überall kaufen.

Stromversorgung für den Kühlschrank gab es bei folgenden Campingplätzen nicht: Aubures, White Lady Lodge und Hoada. Die Batterie vom Kühlschrank hält aber zwei Wochen ohne externe Stromversorgung!


Fortbewegung vor Ort

Vom und zum Flughafen

Wir wurden von unserem Mietwagenanbieter abgeholt und erhielten unseren Mietwagen beim Depot vom Anbieter. Zum Flug nach Simbabwe brachten uns Natalie und Daniel zum Flughafen. In Simbabwe sind wir Taxi gefahren (30 US$ pro Richtung). Bei der Rückkehr nach Namibia hätte uns das Hotel abgeholt und auch wieder zurück gebracht (360 N$ pro Richtung für zwei Personen), aber dazu kam es ja leider nicht, da wir eine Nacht länger in Simbabwe blieben.

Mietwagen

Toyota Hilux (4x4) mit Doppelkabine, zwei Dachzelten und Campingausstattung (Vermieter vor Ort: African Tracks; gebucht in Deutschland bei Nature Trekking)
Der Doppeltank fasste 140 Liter Diesel, womit wir über 1000 km am Stück fahren konnten. Zusätzlich hatten wir einen Kanister, der 20 Liter aufnehmen konnte. Trotzdem tankten wir, wenn der Reservetank leer war. Es ist vorgekommen, dass eine Tankstelle keinen Diesel mehr hatte. Man muss das Glück auch nicht unbedingt herausfordern.

Internationalen Führerschein nicht vergessen!

Wir fanden Strecken bis 300 km pro Tag angenehm zu fahren. Je kürzer, desto besser. Unsere weiteste Tagesstrecke war 441 km lang und das ist schon sehr anstrengend.


Aktivitäten

Wanderung zu Wandzeichnungen auf dem Aubures Campingplatz
Sanddünenboarden in Swakopmund
Spaziergang zu den Wandzeichnungen von Twyfelfontein
Dinner Cruise auf dem Sambesi


Essen

Wir haben uns in Namibia hauptsächlich selbst verpflegt und waren nur selten in Lodges essen. Da wir einen Kühlschrank im Auto hatten, konnten wir uns in Supermärkten für mehrere Tage mit Verpflegung eindecken. Fleisch ist in Namibia günstig, so dass wir oft gegrillt haben. Dazu gab es Kartoffeln oder Reis mit Gemüse. 

In Simbabwe waren wir immer auswärts Essen. Frühstück hat ungefähr 15US$ pro Person gekostet, das Abendessen lag auch in dieser Preiskategorie.


Geld

Namibia $ und Südafrikanische Rand erhält man bei den Geldautomaten in Namibia. Gezahlt werden kann mit beiden Währungen, auch im Mix.

US $ sind in Simbabwe die gängiste Währung


Internet

Die meisten Campingplätze hatten kein Internet. Wenn es mal einen Hotspot gibt, soll man besser nicht darauf vertrauen, dass man auch das Internet nutzen kann. Im Canyon Road House waren zu viele Gäste für die Leitung und das Internet war völlig überlastet. Wir haben keine SIM für Internet unterwegs gekauft.


Kameraausrüstung

Ich hatte neben einem Objektiv mit einer Brennweite von 24-70mm noch eins mit 70-200mm dabei, was mir in manchen Situationen zu wenig war. Ein 2x-Konverter hätte mir da geholfen, vor allem beim Nashorn im Etosha Nationalpark, welches weit weg von der Straße stand.

Neben einem Polfilter ist ein Stativ ist sehr nützlich. Der Sternenhimmel ist ganz toll und die meisten Nächte sind wolkenlos. Ich hatte ein kleines Gorillapod dabei, welches gut in die Tasche gepasst hat.

Daniel hat sein iPhone an ein Fernglas gehalten und so Tiere in der Ferne vergrößert fotografiert. Ist nicht ganz einfach, aber es klappt!


Strom

Ein Adapter ist notwendig.

Wir hatten dazu noch eine Outdoor-Mehrfachsteckdose dabei.


Sicherheit

Wir haben uns in Namibia und Simbabwe immer sicher gefühlt. Bei Dunkelheit sind wir nicht mehr gefahren und haben uns auch nicht groß vom Stellplatz weg bewegt. Aktuelle Informationen zur Einreise, Impfungen usw. findet man hier: Auswärtiges Amt 

Ankunft in Namibia und Fahrt nach Mariental

Schon im Januar legten wir Namibia als unser Reiseziel für den Sommer fest. Als Direktflugoptionen hatten wir Condor und Air Namibia, wobei wir uns für Condor entschieden. Gebucht haben wir direkt auf der Webseite, da die Preise dort am günstigsten waren. Condor fliegt zwei Mal pro Woche von Frankfurt nach Windhoek und zurück. Wir wählten den Hinflug am Freitag und Rückflug am Dienstag, welches beide Nachtflüge waren.

Am Tag des Abflugs fuhren wir am späten Nachmittag zum Flughafen, wo am Check-in Schalter nicht viel los war. Hier wurde schon die Premium Economy zum Sonderpreis beworben, wie auch später am Gate nochmal. In der Premium Economy hat man unter anderem 15 cm mehr Platz für die Beine, was für mich schon erhöhter Komfort ist, aber wir blieben bei unseren Sitzen. Da der Flieger nicht ausgebucht war, konnten wir uns so setzen, dass jeder mehrere Plätze für sich hatte.

Unser Flug landete pünktlich um 5:35 Uhr, vor Sonnenaufgang. Über das Rollfeld gingen wir zur Passkontrolle und konnten sofort unser Gepäck vom Band holen. Viel war zu dieser Uhrzeit noch nicht los. Unser Mietwagenverleih hatte einen Mitarbeiter geschickt, um uns abzuholen. Nachdem wir am Geldautomaten die ersten Dollar gezogen hatten, fuhren wir die 40 km nach Windhoek. Mittlerweile war es hell, die Lufttemperatur noch sehr kühl.

 

Im Depot und Office angekommen, musste erstmal ein bisschen Papierkram erledigt werden. Wir wurden alle als Fahrer eingetragen und bekamen dann alle Funktionen des Wagens und der Ausrüstung gezeigt. Unser Toyota Hilux hatte zwei Dachzelte und Campingausstattung. Diese bestand aus:

Allerdings bemerkten wir erst später, dass wir nur zwei anstatt vier Stühle dabei hatten. Eine Mail an unsere Ansprechpartnerin, und es war geklärt, dass wir einfach zwei weitere Stühle kaufen konnten, die dann später erstattet werden würden. Letztendlich haben wir keine Stühle gekauft.

Die Dachzelte hatten Schaumstoffmatratzen und wir erhielten dazu Spannbettlaken, vier Schlafsäcke und Kissen.

Zusätzlich bekamen wir Hinweise, wie wir auf Schotterpisten und auf Sand fahren sollten (nicht schneller als 60 km/h) und wie der Luftdruck der Reifen je nach Untergrund eingestellt werden sollte.

Wir bekamen den Wagen leer und mussten ihn wieder leer abgeben. Die nächste Tankstelle ist um die Ecke, wo wir dann die nächste Zeit verbrachten, denn 140 Liter tanken kann in Namibia etwas dauern. Tanken muss man nicht selber. Bezahlt wird auch aus dem Auto raus und man gibt dem Tankwart zwischen 3 und 5 N$ für den Service. Das Auftanken kostete uns 830 N$, was damals umgerechnet 49 € waren. Der Liter Diesel kostete umgerechnet 50 Cent.

Unser Weg führte uns zum Superspar in der Centaurus Street. Dies ist laut vielen Personen, mit denen wir gesprochen haben, der beste Supermarkt Namibias. Nachdem wir auch ein paar Supermärkte gesehen haben, können wir dies bestätigen. Die Auswahl an Produkten ist sehr gut! Die Brötchen sind sehr lecker und günstig. Neben dem Supermarkt ist auch ein Bottle Store, wo man sich gut mit Getränken eindecken kann.

Alkohol kann man Samstags nur bis 13 Uhr kaufen, am Sonntag gar nicht. Unter der Woche ist auch am Abend Schluss, die genaue Uhrzeit habe ich aber gerade nicht im Kopf.

Nach dem Einkauf machten wir uns auf den Weg nach Mariental. Wir fuhren über die B1 zur Kalahari Anib Lodge, insgesamt um die 280 km. Die Beschleunigung vom Toyota war sehr langsam und schneller als 110 km/h konnten wir auch nicht fahren, was das Überholen von Lastwagen nicht unbedingt einfach machte. Unterwegs sahen wir ein paar Affen am Straßenrand, sonst aber kaum Tiere. Insgesamt muss ich sagen, dass man am ersten Tag auch vllt. eine etwas kürzere Strecke hätte nehmen können, wenn nicht sogar den Tag in Windhoek verbringen können.

An der Lodge angekommen wurden wir am Tor mit Namen begrüßt. Scheinbar waren wir an dem Tag die letzten Gäste, die erwartet wurden. An der Rezeption bekamen wir unseren Campingplatz zugeteilt. Insgesamt hat die Lodge drei Stellplätze, die schön weit voneinander und von der Lodge entfernt sind, so dass man seine Ruhe hat. Es gibt ein kleines Häuschen mit Feuerstelle, Dusche und WC, sowie einen Stromanschluss.

Nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten, machten wir uns auf den Weg zum Pool und zur Bar, um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Der Pool war bitter kalt, so dass wir nur unsere Füße darin badeten. Die Bedienung an der Bar war ziemlich tiefenentspannt und es dauerte sehr lange, bis wir unsere Drinks hatten, da zwischendurch auch immer wieder andere Gäste bedient wurden und dann festgestellt wurde, dass manche Zutaten gar nicht da waren und wir unsere Auswahl ändern mussten. Die vier Cocktails kosteten uns insgesamt umgerechnet 10 €. Mit den Drinks gingen wir zur Campsite und machten ein Feuer. Von den letzten Campern war noch Feuerholz vorhanden, welches wir verwendeten. Es gab Braaiwurst und Lammfleisch mit Süßkartoffeln und Kürbis, wobei wir das Grillrost von der Campsite verwendeten.

    

Platt von dem Tag gingen wir früh ins Bett und schliefen auch schnell ein. In der Nacht sank die Temperatur fast bis auf den Gefrierpunkt, weswegen wir Thermounterwäsche als Schlafanzug benutzten. Kalt war es trotzdem.

Baden in den heißen Quellen von Ai-Ais

Am nächsten Morgen packten wir nach dem Frühstück alles zusammen und machten uns wieder auf den Weg Richtung Süden. Heute standen 470 km vor uns, was über fünf Stunden Fahrzeit entsprach. Wir folgten der B1 bis Keetmanshoop, um dann ein kurzes Stück auf der B4 zu fahren. Laut Karte sollten wir bei Seeheim auf die C12 Richtung Grünau abbiegen, allerdings erschien das C12-Straßenschild bereits an der Stelle, wo die D545 sein sollte. Wir folgten der C12-Beschilderung, da wir davon ausgingen, dass die Beschilderung aktueller war, als Google Maps.

Nun fuhren wir das erste Mal auf einer Schotterpiste, was wir angenehmer fanden als die Asphaltstraße. Kurz hinter Holoog bogen wir auf die D601 und fuhren am Canyon Roadhouse vorbei. Diese Unterkunft hatten wir für eine spätere Nacht gebucht. Ab der D601 waren es noch knapp 95 km bis nach Ai-Ais. Auf dem Weg sahen wir die ersten Zebras, Sträuße und Springböcke, was uns sehr freute. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir das Resort, welches von der NRW, einer staatlichen Agentur, betrieben wird. 

Wir konnten uns unseren Stellplatz aussuchen und gingen dann ins Restaurant zum Abendessen. Es waren einige Gäste anwesend, aber es gibt auch sehr viele Stellplätze, neben Zimmern. Im Restaurant bestellten wir Eland-Steak und Fisch und zum Nachtisch Karotten- und Schokoladenkuchen. Preislich lagen wir bei den Hauptgerichten unter 8 € pro Person, was absolut ok ist. Das Essen war sehr lecker!

Die Stellplätze haben einen Stromanschluss und es gibt Gebäude mit Waschmöglichkeiten. In Ai-Ais gibt es heiße Quellen und einen Spa-Bereich, der 15 N$ Eintritt kostet, sowie einen Außenpool (kostenlos). Am Abend war der Spa schon geschlossen und wir gingen in den Pool, der sehr angenehm warm war. Da sich die Luft wieder schnell abkühlte, war es nicht so angenehm, vom Wasser zum Handtuch und in die Umkleide zu gelangen, aber das war der Poolbesuch auf jeden Fall wert. In Ai-Ais wurde es nicht so kalt, wie in Mariental.

Zum Frühstück gab es im Restaurant Variation vom Ei (Omelett, Rührei oder Spiegelei) und dazu Bacon und Wurst. Vom Buffet gab es Toast mit Marmelade oder Käse, Müsli, Muffins, Tee, Kaffee und Guavensaft. Das alles für 150 N$ pro Person. Zur Überraschung aller regnete es leicht.

Nach dem Essen gingen wir in den Spa-Bereich. Hier war das Wasser noch wärmer als im Außenpool und wir verbrachten über eine Stunde im Wasser. Entspannt machten wir uns auf den Weg zum Fish River Canyon. Vor der Abfahrt tankten wir noch auf.

   

Aussicht genießen am Fish River Canyon

Heute stand eine nicht so weite Strecke auf dem Programm. Von Ai-Ais aus waren es nur 80 km bis zum Hauptaussichtspunkt vom Fish River Canyon. In Hobas mussten wir uns anmelden und die Nationalparkgebühr zahlen. Pro Person kostete es 80 N$ und 10 N$ für das Auto.

Der Fish River Canyon ist der zweitgrößte Canyon der Welt und sehr beeindruckend. Man kann im Canyon wandern, allerdings geht dies nur geführt, da vor ein paar Jahren mal Wanderer ums Leben gekommen sind. Da wir nicht so viel Zeit mitgebracht hatten, begnügten wir uns mit den Aussichtspunkten. Das lohnt sich auch schon! Man hat eine ganz tolle Aussicht. Nach einer kurzen Wanderung wurden wir von anderen Touristen gebeten, ihre Fahrzeuge zurück nach Hobas zu fahren, da sie eine mehrtägige Wanderung von einem der Aussichtspunkte aus starteten. 

   

Nach ein paar Stunden machten wir uns mit drei Fahrzeugen auf den Weg zurück und fuhren nach dem Stop in Hobas zum Canyon Roadhouse. Diese Unterkunft ist sehr urig und einen Besuch auf jeden Fall wert. Die Bar ist mit Nummernschildern aus der ganzen Welt dekoriert und auf dem Gelände und im Gebäude sind viele alte, schöne Fahrzeuge ausgestellt. Der Campingplatz ist hinter dem Hauptgebäude und die Stellplätze verfügen über Stromversorgung.

Mit uns zusammen kamen sehr viele Teilnehmer der Foot Put Rally 2016 an. Sie sind an dem Tag von Kapstadt aus bis zum Roadhouse gefahren, was eine sehr lange Strecke für einen Tag ist. Die Rallye führt sie durch fünf Länder und unterwegs verteilen die Teams Schuhe an Kinder. Namibia war nach Südafrika das zweite Land und es sollten noch Sambia, Malawi und Mosambik folgen.

Heute aßen wir im Restaurant. Zur Vorspeise gab es Game Carpaccio und als Hauptspeise Game Spieße mit Kürbis und Kartoffelecken. Welches Tier letztendlich auf dem Teller landete, kann ich nicht sagen, da der Begriff Game ja mehrere Tiere abdeckt, aber es war sehr lecker! Das Essen kostete zusammen umgerechnet 12 €. Als Getränk bestellte ich zuerst Rock Shandy und danach Malawi Shandy. Rock Shandy habe ich das erste Mal 2003 in Namibia getrunken und wir haben es zu Hause auch ein paar mal gemixt.

Für beide Drinks braucht man Angosturabitter und Soda oder Mineralwasser. Rock Shandy haben wir zu Hause mit Sprite gemischt, Malawi Shandy mischt man mit Ginger Ale. Das Verhältnis von Limo zu Soda oder Mineralwasser ist 1:1. Mit Eis serviert schmeckt es sehr erfrischend.

Während dem Essen waren mehrere Kaminöfen an, was für eine schöne Atmosphäre sorgte. Mit Stirnlampen gingen wir zurück zum Auto und schliefen schnell ein. Die Nacht war wieder sehr kalt. Am nächsten Morgen machten sich einige Rallyteilnehmer teilweise sehr früh auf den Weg, während wir in Ruhe frühstückten. Es gab Croissants, Gebäck, Brötchen, Aufschnitt, Marmelade, Obst, Müsli, Kaffee, Guaven- und Orangensaft. Ein klassisches Frühstücksbuffet für 120 N$ pro Person.

      

Fahrt nach Sesriem mit Übernachtung auf der Farm der Familie Miller

Unser nächstes Ziel war das Sossusvlei bei Sesriem. Vom Roadhouse aus 542 km entfernt. Für uns zwei Etappen, für die Rallyteilnehmer nur eine. Wir fuhren die Strecke zurück, die wir zwei Tage zuvor gekommen waren. Heute blieben wir allerdings auf der Straße, die laut Karte die C12 sein sollte, in Richtung Seeheim. Hier merkten wir schnell, warum die Straßenschilder nicht unserer Karte entsprachen. Die Straßenqualität entsprach keiner C-Straße. Teilweise war der Schotter weggespült, so dass wir kurz von der Straße runter mussten, um das Loch zu umfahren.

Wir erwarteten bei Seeheim einen größeren Ort, allerdings sahen wir bei der Durchfahrt nur ein Hotel. Kurz hinter Seeheim ging es wieder auf die B4, welche asphaltiert ist. Bei Goageb bogen wir auf die C14 nach Bethanie ab, wo wir eine Pause machten. Im Ort gibt es mehrere Supermärkte, einen Fleischer, mindestens ein Café und zwei Tankstellen. Wir füllten unsere Vorräte im Supermarkt und beim Fleischer auf und aßen dann Kuchen im Café. Viele Rallyteilnehmer fuhren ebenfalls durch den Ort und tankten. Mittlerweile gab es in der einen Tankstelle keinen Diesel mehr, weswegen ein paar Teilnehmer die Mittagspause abwarten mussten, bis die zweite Tankstelle wieder öffnete. Sie kamen fünf Minuten zu spät, nahmen die ungewollte Unterbrechung aber mit Humor und nutzten die Zeit zum Essen.

Nach dem Essen fuhren wir weiter Richtung Helmeringhausen und von dort auf die C27. Wir hatten für die Nacht einen Platz auf dem Aubures Campingplatz gebucht. Der Campingplatz wird von Familie Miller betrieben, die eine über 30.000 ha große Schaffarm bewirtschaftet. Um zum Haupthaus zu kommen, muss man fünf Kilometer von der C27 aus über einen Privatweg fahren. Vom Haupthaus ist es dann nochmal ein Kilometer bis zum Campingplatz mit sechs Stellplätzen unter alten Kameldornbäumen. Von allen Campingplätzen war dies der schönste! Es gibt hier übrigens keinen Strom, aber die Batterie vom Kühlschrank hält zwei Wochen, weswegen das nicht schlimm war. Warmes Wasser zum Duschen gibt es dank einem Gasboiler.

  

Einer der Söhne hat vor ein paar Jahren alte Wandmalereien von Buschmännern entdeckt und bietet nun Führungen an. Wir vereinbarten einen Termin für den nächsten Morgen und bereiteten dann das Abendessen vor. Da das Feuerholz nicht schnell genug abbrannte, mussten wir das gesamte Abendessen auf dem Gaskocher machen. Nicht gerade optimal, aber ging dann irgendwie doch. Zum Sonnenuntergang gingen wir über einen kleinen Pfad, den die Familie angelegt hat, auf einen nahen Hügel.

Während dem Frühstück kam Thomas zu unserem Stellplatz. Da er barfuß lief, haben wir ihn gar nicht bemerkt, bis er auf einmal an der Mauer stand. Da wir noch nicht fertig waren, nutzte er die Zeit, um ein Wasserloch in der Nähe zu überprüfen. Er erzählte uns dann viel über die Farm und das Gelände, sowie über die Malereien. Durch ein trockenes Flussbett, was nach Regenfällen nur selten Wasser führt, gingen wir eine Weile und Thomas erklärte uns viel über Pflanzen und Tiere, die wir unterwegs sahen.

Nach ungefähr einem Kilometer mussten wir eine Felswand hoch klettern, um zu den Malereien zu gelangen. Vor ein paar Jahren hat er mal einen der Hirten begleitet, der ihm von einem schattigen Platz erzählte. Im Sommer, als es mal sehr heiß war, erinnerte er sich daran und entdeckte dabei die Zeichnungen. Wir gaben ihm für die Führung 100 N$, worüber er sich sehr freute.

Am Haupthaus unterhielten wir uns auch noch mit seiner Mutter, die uns Lammfelle zeigte, die sie auf der Farm produzieren. Sie ist ausgebildete Lehrerin und alle vier Kinder werden zu Hause unterrichtet. Der Pfarrer kommt einmal im Monat von Swakopmund, um einen Gottesdienst in der Region abzuhalten.

Nun fuhren wir weiter nach Norden, um am nächsten Tag das Sossus- und Deadvlei zu besuchen. Für die Fahrt nach Sesriem benötigten wir ungefähr drei Stunden. Wir hatten zwei Nächte auf der Sossus Oasis Campsite gebucht, die außerhalb vom Nationalpark liegt. Es gibt auch einen vom NWR betriebenen Campingplatz, der hinter dem Tor liegt. Wenn wir nochmal nach Sesriem fahren, würden wir diesen buchen, da das Tor erst um 6:30 Uhr öffnet.

Die Rezeption befindet sich in der Tankstelle. Ebenfalls gibt es ein Internetcafe und einen Shop, in dem es sehr leckeren Apfelkuchen gibt. Der Campingplatz verfügt über Strom, Spülbecken, Duschen und Toilette, sowie einen sehr kalten Pool. Wir grillten mal wieder und gingen früh schlafen. Während dem Grillen bekamen wir Besuch von einem Wüstenfuchs, der vom Fleisch angelockt wurde, aber schnell wieder das Weite suchte, wenn man sich bewegte. Mit Rotlicht leuchteten wir in die Ferne und sahen viele Augenpaare. In der Nacht bekamen wir auch noch Besuch von einem größeren Huftier, was aber nur am Auto vorbei lief.

   

Sonnenaufgang in den Dünen und Wanderung zum Deadvlei

Um 6:30 Uhr öffnete das Tor zum Nationalpark, weswegen wir zeitig wach wurden, um mit Stirnlampen die Zelte abzubauen. Wir reihten uns in die Warteschlange ein und unser Fahrzeug wurde registriert. Die Nationalparkgebühr zahlt man beim Verlassen des Parks. Für den Sonnenaufgang fuhren wir zur Elim-Düne, die sehr nah am Tor ist. Man hat dann noch genug Zeit, um hoch zu laufen, bevor die Sonne richtig aufgeht.

Nach Sonnenaufgang machten wir uns dann auf den Weg ins Sossusvlei. Vom Campingplatz aus sind es 61 km. An der berühmten Düne 45 hielten wir nicht an. Die Straße ins Sossusvlei ist bis zum Parkplatz geteert. Ab dort geht es mit dem Allradantrieb über eine Sandpiste bis zum Parkplatz, oder man fährt auf einem Anhänger, der von einem Traktor gezogen wird.

Die meisten Fahrzeuge bleiben bei dem Parkplatz, von dem man aus zum Deadvlei wandern kann, stehen. Fährt man jedoch noch ein bisschen weiter, kommt man zu ein paar Kameldornbäumen, unter denen Tische und Sitzbänke stehen. Hier kann man in Ruhe frühstücken, bevor man sich die Dünen und das Deadvlei genauer anschaut. Dabei wird man von sehr vielen Vögeln beobachtet, die sich dann später auf die Krümel stürzen, die übrig geblieben sind.

Wir entschieden uns dazu, auf eine der Dünen zu laufen. Die Kameras ließen wir dabei aber im Auto und nahmen nur ein Handy in einer Unterwasserhülle mit, damit es vor dem feinen Sand geschützt ist. Hier ist es wichtig, immer Wasser dabei zu haben. Nachdem wir ganz oben auf der Düne waren, setzten wir uns erstmal in den Sand und genossen die Aussicht für eine Weile. Runter ging es dann direkt mit Riesenschritten, was sehr lustig war. Unten muss man nur etwas aufpassen, da der Untergrund auf einmal härter wird.

Mit dem Auto fuhren wir zurück zum Parkplatz und wanderten zum Deadvlei. Pro Richtung ist es über ein Kilometer und hier ist es wieder extrem wichtig, genug Wasser dabei zu haben. Mittlerweile war der größte Teil der Touristen schon wieder weg, so dass wir das Deadvlei fast für uns allein hatten. Nachdem wir genügend Fotos gemacht hatten, wanderten wir wieder zum Auto und fuhren dann zurück zum Campingplatz. Es war inzwischen schon nach 15 Uhr. Am Tor entschieden wir uns dazu, auch den Sesriem Canyon noch zu besuchen, der uns allerdings nicht mehr beeindrucken konnte, nachdem wir am Fish River Canyon waren.

     

Bei der Kasse vom Nationalpark befindet sich ebenfalls ein Shop, wo wir Brötchen und Wasser kauften. Zum Abendessen reservierten wir einen Tisch in der Lodge, zu der der Campingplatz gehört und bauten danach unser Zelt wieder auf.

Mit Stirnlampen machten wir uns auf den Weg zum Restaurant, welches ungefähr 500m vom Zeltplatz entfernt war. Allein das Vorspeisenbuffet hatte so viel Auswahl und war so lecker, dass ich zwei Mal ging. Bei den Hauptgängen hatte man die Wahl zwischen Wildfleisch, Rind, Fisch oder vegetarisch. Beim Wild gab es Impala, Strauß, Kudu, Oryx, Wasserbüffel, Eland und noch weitere Tiere, die man zu Hause nur schwer bekommt. Das Fleisch wurde dann frisch auf dem Grill zubereitet und man konnte sich die Beilagen selbst aussuchen. Um so viel Fleisch wie möglich zu probieren, habe ich allerdings auf die Beilagen verzichtet. Es gab ja auch noch Nachtisch. Sehr gut gesättigt machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto und schliefen schnell ein. 

Am nächsten Morgen frühstückten wir in Ruhe und checkten dann aus. Da sich die Tankanzeige bemerkbar machte, füllten wir vor der Abfahrt nochmal auf. Auf dem Weg nach Swakopmund (350 km) kamen wir nach 83 km durch den Ort Solitaire, der für seinen Apfelkuchen berühmt ist. Wir hielten natürlich an, um zu probieren. Der Apfelkuchen von der Tankstelle in Sesriem hat mir besser geschmeckt. Dafür können wir die Zimtschnecken hier empfehlen.

   

Karneval und Sandboarding in Swakopmund

 

Auf dem Weg nach Swakopmund fuhren wir über die C14 Richtung Walvis Bay und überquerten dabei wieder den südlichen Wendekreis. Auf dem Schild haben sich schon viele Touristen mit Stickern oder Edding verewigt. Die C14 führt durch den Namib-Naukluft-Nationalpark. Eine sehr karge Landschaft. Kurz vor Walvis Bay hielten wir an, um eine große Anzahl an Flamingos zu beobachten und zu fotografieren, die dort leben. Weiter ging es auf der B2 nach Norden. In Swakopmund hielten wir am Superspar an und kauften ein. Die Auswahl war hier deutlich besser, als in den anderen Supermärkten seit Windhoek, aber an den Superspar in Windhoek kommt er nicht ran.

Unser Campingplatz lag ein paar Kilometer außerhalb von Swakopmund. Er wirbt damit, dass der Morgennebel, der gelegentlich auftritt, nicht bis dorthin reicht. Das Sophia Dale Basecamp wird von Manfred und seiner Frau geleitet. Manfred ist Metzgermeister und betreibt zusätzlich ein Restaurant auf dem Gelände. Wir kauften bei ihm Fleisch und Fisch für den Abend. Jeder Stellplatz verfügt über eine Feuerstelle und es gibt Strom. Den Stellplatz konnten wir uns frei aussuchen, da es nicht so voll war. In der Nacht war es unglaublich warm. Es kühlte sich nur auf 17° C ab.

Am nächsten Morgen war ein kleiner Markt vor dem Restaurant, auf dem man Fleisch, Käse, Gemüse, Blumen und Kunstgegenstände kaufen konnte. Hier erfuhren wir, dass für die Temperatur der Wind verantwortlich war, der ab und zu von Osten aus weht und sich über der Wüste aufheizt. Außerdem fand der Karnevalsumzug in Swakopmund statt.

Heute war unser Sandboardingtrip geplant, allerdings erst am frühen Nachmittag. Genug Zeit also, um die Stadt zu erkunden und den Umzug anzugucken. Wir fuhren in die Stadt und suchten uns einen Parkplatz in der Nähe vom Büro der Firma, die das Sandboarding veranstaltet. Es war kurz vor 11 Uhr und der Umzug startete bald. Eine Straße weiter stellten wir uns zu anderen Touristen und Einheimischen und warteten. Es dauerte nicht lange, bis der Zug kam. Es gab eine Blaskapelle, Funkemariechen, ein Prinzenpaar und mehrere Wagen. Nach fünf Minuten war der Zug an uns vorbei und wir machten uns auf den Weg zum Strand, wo wir unsere Füße in den kalten Atlantik hielten. Es war sehr leer und sauber und es waren tatsächlich einige Leute am Schwimmen. In der Nähe vom Leuchtturm gingen wir in ein Café und es gab Kuchen und Sandwiches.

     

Nach dem Essen gingen wir zum Treffpunkt vom Sandboarding. Wir fuhren mit unserem Wagen hinter dem Bulli der Firma her zu den Dünen, die etwas außerhalb von Swakopmund liegen. Wir konnten uns entscheiden, ob wir auf einem Snowboard, oder auf einem Brett boarden wollten. Wir entschieden uns alle für die Bretter. Nach einer kurzen Einweisung und dem Anlegen von Schutzkleidung machten wir uns zu Fuß auf den Weg nach oben. Ein Mitarbeiter wachste noch alle Bretter und Boards und schon ging es los. Alle machten eine Mindestanzahl an Fahrten, wenn man das hier so nennen kann, aber wer noch wollte, konnte am Ende weiter fahren. Man musste halt nur jedes Mal auch wieder hoch laufen. 

Das Team versorge alle beim Boarden mit Wasser. Am Ende gab es Bier, Softdrinks und Snacks beim Bulli. Mittlerweile wurde es schon dunkel und wir machten uns auf den Weg zum Supermarkt, um Sachen zu kaufen, die wir am Vorabend vergessen hatten. Am Campingplatz grillten wir wieder und gingen früh schlafen. 

Keine Elefanten am Brandberg

Der Brandberg war unser nächstes Ziel und nach dem Frühstück machten wir uns früh auf den Weg. Insgesamt 235 km Tagesstrecke. Wir fuhren die C34 nach Norden und hielten an einem Schiffswrack an. Kurz hinter Henties Bay bogen wir auf die C35 ab. Es ging sehr lange einfach nur geradeaus. Der Brandberg war die ganze Zeit in der Ferne zu sehen und wurde immer größer. Am Straßenrand gab es sehr viele Händler, die Mineralien verkauften. In Uis hielten wir an und tankten mal wieder auf. Weiter ging es auf der C35 bis zur D2359. Nach ein paar Kilometern auf der Straße war die Brandberg White Lady Lodge ausgeschildert. Den Namen hat die Lodge von einer Zeichnung am Brandberg, zu der eine Tour angeboten wird.

An der Rezeption meldeten wir uns an und sagten bescheid, dass wir heute Abend im Restaurant essen wollten. Wir erhielten Hinweise, wie wir uns bei Anwesenheit von Elefanten verhalten sollten. Es waren aber gerade keine in der Gegend. Die Lodge hat einen schönen Garten und einen Pool, in dem man ausnahmsweise auch schwimmen kann. Das Wasser ist nicht eiskalt. Es gibt auch einen Aussichtspunkt, von dem aus man den Sonnenuntergang beobachten kann. Wir setzten uns an die Bar, bestellen Bier und Gin Tonic, und guckten Fußball. Überraschenderweise wurde das Deutschlandspiel von der Europameisterschaft übertragen. In der Pause bespaßten wir Carlos, das zahme, süße Erdmännchen der Lodge.

Der Campingplatz ist ein bisschen vom Hauptgebäude aus entfernt. Wir konnten uns einen Stellplatz frei aussuchen. Es gibt Dusch- und Toilettenhäuschen, aber keinen Stromanschluss. Zum Abendessen gingen wir zu Fuß rüber und nahmen Stirnlampen mit. Das Essen war nichts außergewöhnliches, aber kurz bevor der Nachtisch serviert wurde, kam die Küchencrew raus und sang ein paar Lieder für die Gäste.

Zurück am Auto machte ich ein paar Fotos vom Sternenhimmel. Es war nicht all zu kalt, so dass ich über eine Stunde lang mit den Einstellungen experimentierte. Gegen fünf Uhr morgens wurden wir von einem Geräusch geweckt, was wir zuerst gar nicht zuordnen konnten. Es stellte sich jedoch schnell als Holzhacken in der Ferne heraus, damit warmes Wasser für die Duschen am Morgen verfügbar war.

   

Über Twyfelfontein zum Etosha Nationalpark

Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg Richtung Twyfelfontein, um die Wandzeichnungen anzuschauen. Über die D2319 fuhren wir nach Norden, um nach einem kurzen Stück auf der C35 auf die D2612 abzubiegen. Irgendwann ist dann Twyfelfontein ausgeschildert. Von der White Lady Lodge aus sind es 123 km.

Wir meldeten uns an, nachdem wir unseren Wagen im Schatten geparkt hatten (es gibt Carports), zahlten die Nationalparkgebühr und dann wurde uns eine Führerin zugeteilt. Die Führung sollte bis zu 45 Minuten dauern, wobei wir uns fragten, wieso so lange. Bei dem Tempo, in dem unsere Führerin ging, wussten wir dann die Antwort. Ein festes Gehalt bekommen die Führerinnen und Führer nicht und sind daher auf das Trinkgeld der Gruppe angewiesen. 

Zuerst wurde erläutert, woher der Name Twyfelfontein kommt und die Überreste der Farm wurden gezeigt. Danach ging es zu den Wandzeichnungen, die mittels Gerüsten teilweise sehr gut erreichbar sind. Die Führung war informativ und die Zeit verging wie im Flug. Bis zu unserem nächsten Ziel waren es noch 150 km, so dass wir uns wieder auf den Weg machten.

 

Für die Nacht hatten wir die Hoada Campsite gebucht. Von Twyfelfontein aus 154 km Strecke. Über die C43 fuhren wir nach Norden. Bei Palmwag ging es über die C40 weiter, am Grootberg vorbei. Irgendwo unterwegs entdeckten wir in der Ferne eine Herde Elefanten. Für zehn Minuten hielten wir am Straßenrand, fotografierten und beobachteten die Tiere mit dem Fernglas. Wir freuten uns, Elefanten außerhalb des Etosha Nationalparks gesehen zu haben.

Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir am Campingplatz an. Nach der Anmeldung wurde uns ein Platz zugewiesen und ein Mitarbeiter machte ein Feuer an, damit wir warmes Wasser zum Duschen hatten. Den Sonnenuntergang guckten wir vom Aussichtspunkt aus an, wo auch der Pool ist, der in den Felsen geschlagen wurde. Es gibt hier auch eine Bar, die allerdings zu dieser Uhrzeit noch nicht besetzt war.

Die Stellplätze sind von Felsen umgeben, so dass man keine anderen Gäste sieht. Strom gibt es nicht. Heute grillten wir mal wieder und gingen danach früh ins Bett. Vorher duschte ich noch, was hier sehr schön war, da man quasi unter dem Sternenhimmel duscht. In der Morgensonne kamen ganz viele Tiere aus ihren Höhlen und sonnten sich auf den Felsen. In der Ferne war auch eine Gruppe Affen zu sehen.

   

Das Zusammenpacken der Zelte ging inzwischen recht zügig. Heute war der Etosha Nationalpark unser Ziel, weswegen wir früh aufbrachen.

Auf der Suche nach den Big Five im Etosha Nationalpark

Von der Hoada Campsite aus sind es 135 km bis zum Galton Gate, durch das man in den Westteil vom Nationalpark kommt. Hier gibt es auch einige Campsites und Lodges, aber die Plätze waren alle durch Reiseveranstalter geblockt, so dass wir uns Unterkünfte außerhalb vom Park gesucht hatten.

Am Tor mussten wir uns registrieren, die Nationalparkgebühr bezahlen und unser Auto wurde nach Waffen und Fleischprodukten durchsucht. Man erhält einen Flyer mit Verhaltensreglen im Park. Zum Beispiel darf man nicht schnell fahren und unterwegs einfach aussteigen. Durch das Galton Gate darf man noch nicht so lange in den Etosha Nationalpark. Das hat sich scheinbar noch nicht so rumgesprochen, da wir sehr wenige Fahrzeuge sahen und auch kaum Gegenverkehr hatten.

Auf den ersten Kilometern sahen wir gar keine Tiere. Als wir irgendwann zum ersten Wasserloch abbogen, waren wir ganz baff. Es wimmelte nur so von Tieren, und die waren keineswegs scheu! Wir hielten eine ganze Weile an und beobachteten Giraffen beim Trinken. Zebras, Springböcke und ein Warzenschwein waren auch vorhanden. Glücklich fuhren wir weiter und hofften, irgendwann auch die Big Five zu sehen, wobei wir Elefanten ja schon vorher gesehen hatten.

Der Wunsch sollte bald erfüllt werden. Ein Elefant lief irgendwann vor uns über die Straße und es sollte nicht der letzte Elefant des Tages bleiben. Wir sahen bald noch weitere und bei einer Wasserstelle waren dann fünf Elefanten am Trinken. 

 

Die Zeit im Park verging wie im Flug und wir wollten vor Sonnenuntergang bei unserer Unterkunft sein. Diese lag 25 km südlich vom Park. Die Toshari Lodge hat insgesamt drei Stellplätze mit Stromversorgung. Wir entschieden uns, heute Abend nicht selbst zu kochen und auch das Frühstück am nächsten Tag gab es für uns in der Lodge. Beim Abendessen gab es auch wieder eine Gesangseinlage vom Küchenchor.

Am Morgen wollten wir nicht zu viel Zeit verbummeln und machten uns früh auf den Weg zurück in den Park. In Okaukuejo tankten wir nochmal voll und fuhren dann in den Ostteil vom Park. Zuerst fuhren wir zur Etoshapfanne und danach weiter zu diversen Wasserlöchern. Allerdings ist bei den Wasserlöchern nicht immer garantiert, dass sich dort auch Tiere befinden. Zu einem Wasserloch fuhren wir über fünf Kilometer, um dann nichts zu sehen, aber das gehört halt auch dazu.

Kurz vor Halali sahen wir noch eine große Gruppe Elefanten neben der Straße. Ein Elefant trug einen Peilsender auf dem Rücken. Nachdem die Gruppe im Dickicht verschwunden war, fuhren wir weiter nach Halali und kauften im Shop Eis. Nach einer kurzen Pause ging es weiter Richtung Fort Namutoni. 

Irgendwann rief Natalie, dass wir zurück müssen. In der Ferne war ein grauer Block, der allerdings nicht wie ein Elefant aussah. Es war ein Nashorn! Wir blieben eine ganze Weile stehen und machten viele Fotos und irgendwann waren wir eine Gruppe von sechs Fahrzeugen. In diesem Moment ärgerte ich mich darüber, dass ich den 2x-Konverter für die Kamera nicht gekauft hatte, da das Nashorn schon ziemlich weit weg war. Ungefähr 100 Fotos später fuhren wir weiter und kamen an einer riesigen Herde Springböcken vorbei, sahen ein paar Sekretäre auf der Suche nach Schlangen, unzählige Giraffen und noch weitere Elefanten.

     

Am Tor wurde das Fahrzeug wieder kontrolliert und es wurde auch unser Kühlschrank durchsucht, da man ja kein Fleisch ausführen darf. Zu unserer Unterkunft mussten wir direkt hinter dem Tor links abbiegen und acht Kilometer weit fahren. Die Einfahrt führte direkt am Zaun vom Etosha Park entlang. Nach der Anmeldung wurde uns unser Stellplatz zugeteilt und wir fuhren von der Lodge rüber zur Campsite. Für Bodenzelte gab es einen extra aufgeschütteten, ebenen Bereich. Wir bauten einfach wieder unsere Dachzelte auf und schlossen den Kühlschrank an. Zum Abendessen hatten wir vor dem Urlaub schon einen Tisch reserviert und für Natalie ein veganes Gericht bestellt. 

Die Lodge hat ein eigenes Wasserloch, auf das man von den Tischen aus schaut. Allerdings ist es noch nicht so alt und es kamen nur wenige Tiere. Ein Mitarbeiter meinte, dass es ein paar Jahre dauern kann, bis die Tiere sich daran gewöhnen.

 

Zurück nach Windhoek mit Übernachtung

Das Ende vom Roadtrip nahte. Da die Strecke von Fort Namutoni nach Windhoek für einen Tag etwas lang ist (583 km), fuhren wir nur bis zur Weaver´s Rock Campsite (330 km). Unterwegs hätten wir den Hoba-Meteoriten anschauen können, aber den Umweg ließen wir aus. Auf der Strecke mussten wir durch zwei Polizeikontrollen fahren, konnten jedes Mal jedoch direkt weiter fahren. Ab dem Nationalpark fuhren wir wieder aus Asphalt.

Die Campsite liegt südlich von Otjiwarongo an der C22, auf die man von der B1 abbiegt. Die Campingplätze verfügen über Steckdosen und es gibt einen Wasserhahn zum Kochen. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, legten wir uns auf die Liegen an den Pool. Die Lodge hat einen ganz tollen Garten, den man alleine besichtigen kann. Es gibt auch Ausflugsmöglichkeiten, die wir allerdings nicht nutzten. 

Die letzte Etappe führte uns nach Windhoek zum Flughafen. Die Tankanzeige machte sich inzwischen auch wieder bemerkbar, aber da wir den Wagen leer abgeben mussten, war uns das recht. Wir merkten dabei, dass der Wagen nicht mehr so gut anfuhr, wie sonst, aber wenn man einmal Schwung hatte, konnten wir mit der Geschwindigkeit wie sonst immer fahren. Zum Flughafen muss man kurz durch die Stadt fahren, was heute allerdings nicht toll war, da wir wussten, dass es Ampeln an Straßen mit Steigung gibt. Natürlich mussten wir hier halten, schafften es dann aber doch immer irgendwie anzufahren. Ich machte drei Kreuze, als wir auf der Straße zum Flughafen waren. Dort angekommen, stellten wir uns am Check-in Schalter an, der noch nicht offen war, und warteten ungefähr eine halbe Stunde, bis wir dann endlich unser Ticket hatten und durch die Sicherheitskontrollen gehen konnten.

Dass das Flugzeug klein sein wird, wusste Maike, bekam aber dann erstmal einen Schock, als wir auf eine Propellermaschine zuliefen. Die war es dann aber zum Glück nicht. Der Flug dauerte etwas weniger als zwei Stunden und war nicht voll ausgebucht.

Viktoria Wasserfälle - atemberaubend

Der Flug verlief ohne Probleme und man konnte schön die Landschaft bewundern, da es nicht bewölkt war. Überhaupt sahen wir den ganzen Urlaub über nur sehr wenige Wolken. Der Flughafen in Victoria Falls ist neu und es war sehr angenehm, dort anzukommen, da sehr wenig los war. Wir hatten uns im Voraus nicht um das Visum gekümmert und bekamen es bei der Einreise. Wir wählten das Single-Entry-Visum und zahlten pro Person 30US$. In die Stadt kann man sich abholen lassen, was in der Regel 15$ pro Person kostet, oder man nimmt ein Taxi für 30$ Festpreis. Wir fanden keine weiteren Personen, die sich ein Taxi teilen wollten, da alle sich abholen ließen, so dass wir alleine fuhren.

Unser Hotel hatten wir online gebucht, da der Preis ok war und die Lage gut war. Das Zimmer war gut (Klimaanlage!), das Badezimmer eine Katastrophe, aber das wussten wir durch Tripadvisor schon. Gebucht hatten wir ohne Frühstück, da dies 15$ pro Person kostete. Wir konnten direkt ins Zimmer und erkundeten dann die Stadt. Wir hatten es uns ein bisschen anders vorgestellt. Es waren nicht so viele Touristen unterwegs, wie wir erwartet hatten. Es gibt einen kleinen Shop, wo man 1,5L Wasserflaschen für 1$ kaufen kann. Tüten kosten extra.

Auf der Straße, die vom Flughafen aus bis zu den Wasserfällen führt, gibt es viele Shops. Dort geht es auch zu Kunstmärkten und zum Victoria Falls Hotel, wo die Nacht über 400€ kostet. Hier wollten wir einen Tisch für den High Tea am nächsten Tag reservieren, aber uns wurde gesagt, dass wir einfach so kommen sollen. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir am Pool, wo eine größere deutsche Reisegruppe darauf wartete, dass sie auf die Zimmer können. Sie kamen auf dem Landweg durch Botsuana und empfahlen uns den Chobe Nationalpark wärmstens.

Zum Abendessen gingen wir in das Restaurant In Da Belly, welches auf einem Campingplatz liegt. Hier gab es Krokodil, Warzenschweinschnitzel und sogar Giraffenfleisch, welches wir aber nicht bestellten. Preislich lagen wir beim Essen zwischen 10 und 15$.

 

Für den zweiten Tag in Victoria Falls hatten wir eine Dinner Cruise auf dem Sambesi gebucht. Wir entschlossen uns daher, die Victoria Fälle am nächsten Tag zu besuchen und den Tag in Ruhe zu verbringen. Frühstück bestellten wir im Shearwater Cafe an der Hauptstraße. Preislich kein Schnapper, dafür war die Portion so groß, dass sie nicht aufessen konnte (und das soll schon was heißen). Wir schlenderten über den Kunstmarkt, kauften aber nichts, da die Preise echt happig waren. Es versuchen auch ab und an Personen auf der Straße Kunstgegenstände oder alte Geldscheine zu verkaufen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es die Touristenpolizei. Die erkennt man an den Neongelben Leibchen. Bis wir um 15 Uhr abgeholt wurden, verbrachten wir wieder etwas Zeit am Pool in der Sonne. Der Abholservice kam etwas später als geplant, aber es war genug Zeit bis zur Abfahrt des Schiffes. Beider Anmeldung wurden wir gefragt, ob wir irgendetwas nicht essen würden. Nachdem wir verneint hatten, kam als Antwort "Gut, denn es gibt gleich Hippo!". Das war allerdings ein Scherz.

Wir hatten das Signature Deck gebucht. Da wir recht früh da waren, konnten wir uns unsere Sessel frei aussuchen und direkt Getränke bestellen. Es war alles inklusive und dazu wurden sehr leckere Häppchen (z. B. Krokodilspieße) serviert. Auf der Fahrt sahen wir Hippos im Sambesi und fuhren eine Weile stromaufwärts, während Geschichten rund um den Sambesi und die Victoria Wasserfälle erzählt wurden. Nach Sonnenuntergang kamen wir wieder am Dock an und mussten kurz vom Schiff runter, während die Stühle und Tische für das Abendessen umgestellt wurden. Nun waren die Getränke nicht mehr inklusive, aber es wurde uns kurz vor der letzten Runde von der Crew dazu geraten, einfach ein Getränk mehr zu bestellen. Das Essen war sehr lecker und gegen 20 Uhr wurden wir zurück zum Hotel gebracht.

 

Am dritten Tag wollten wir endlich zu den Wasserfällen. Nach dem Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg. Heute war auch der Victoria Falls Marathon, welcher eine wunderschöne Strecke hat, welche auch durch Sambia geht. Am Parkeingang gibt es sehr viele Shops, die Kunstgegenstände verkaufen und Regenmäntel verleihen. Wir hatten zuvor von spanischen Touristen gehört, dass es an den meisten Stellen eigentlich trocken ist, so dass wir uns keine liehen (und damit recht alleine waren). 

Nachdem wir 30$ pro Person für den Eintritt gezahlt hatten (Kreditkarte wird akzeptiert), verschafften wir uns erstmal einen Überblick auf der Karte und gingen dann los. Für 98% des Rundwegs trifft es zu, dass es zum Großteil Trocken ist. Ab und an läuft man durch einen leichten Nebel, oder bekommt ein paar Tropfen ab. Nicht schlimm. Nur an zwei Stellen gab es einen 20 Sekunden langen Starkregen, der uns bis auf die Unterhose durchnässte. Unsere Wertsachen hatten wir zum Glück im Drybag! Den kann ich nur empfehlen, selbst mit Regenmantel. Wir ernteten eine Menge mitleidige Blicke von den anderen Touristen, aber da mussten wir jetzt durch. So früh am Vormittag war es auch noch nicht so warm, so dass wir jetzt auch noch froren. Trotzdem gingen wir den gesamten Rundweg noch ab, bis zur Brücke über die Grenze.

Zum Trocknen gingen wir ins Lookout Cafe, von wo aus man auf die Schlucht hinter den Wasserfällen guckt, und bestellten Frühstück. Hier hat es einmal sehr lange gedauert, bis die Kellnerin zu uns kam, um die Bestellung aufzunehmen, und bis das Essen dann auch serviert wurde verging noch mehr Zeit. Dazu kam noch, dass wir das Essen nicht zeitgleich bekamen. Da ist noch Steigerungspotential vorhanden! War aber lecker und wir waren inzwischen wieder weitestgehend trocken. 

Wir gingen auf dem Rückweg zum Hotel noch über einen weiteren Kunstmarkt, der aber richtig hohe Preise hatte, so dass wir nur guckten. Wir hatten in Namibia schon andere Preise gesehen und wollten Souvenirs in Windhoek kaufen. Umgezogen machten wir uns gegen 15:30 Uhr auf den Weg zum Victoria Falls Hotel, zum High Tea. Hier bekommt man Tee und eine Etagere mit Gebäck. Zu Zweit zahlten wir 30$, bekamen zwei Kannen Tee (reichte für ca. vier Tassen) und ganz viele Leckereien. Das können wir echt empfehlen, und ich hätte es auch nochmal gemacht, wenn wir nicht unseren Abflug am nächsten Tag gehabt hätten.

Im Hotel bestellten wir für 10 Uhr am nächsten Tag ein Taxi zum Flughafen. Am Pool waren ziemlich viele Läufer vom Marathon, die ihre Beine in den eiskalten Pool hängen ließen. Nach dem Sonnenuntergang gingen wir im Hotel zum Abendessen, was ok war. Das Taxi war pünktlich und brachte uns zum Flughafen, wo wir nicht lange anstehen mussten, und dann ging es schon durch den Sicherheitscheck zu den Gates.

Und da saßen wir dann. Und auf der Anzeige passierte bei unserem Flug nichts. Es tauchte einfach kein Gate auf. Irgendwann tauchte dann ein Mitarbeiter von Air Namibia auf und sagte uns, dass es Probleme mit der Maschine gibt. Sie wäre noch in Windhoek und wir sollten noch ein bisschen warten. Irgendwann noch später wurde uns dann mitgeteilt, dass der Flug heute nicht stattfindet, und wir ins Kingdom Hotel fahren, um dann am nächsten Tag zu fliegen. Wir waren alles andere als begeistert, da wir ja am nächsten Tag nach Frankfurt weiter wollten und es überhaupt keine Info gab, wann der Flug am nächsten Tag stattfindet. Andere Fluggäste verpassten ihre Gruppenanschlüsse in Windhoek, von einem war auch das Gepäck weg. Uns ging es an sich noch ganz gut, da wir nur das letzte Hotel absagen mussten, was ich per Mail machte. Da kein Gast durch unsere späte Absage abgewiesen werden musste, mussten wir auch nichts zahlen. Sehr kulant vom Chameleon Backpackers! Also wieder zurück zur Sicherheitskontrolle, Visum wieder herstellen, und zurück zum Bus.

Im Kingdom Hotel gab es dann auf Kosten von Air Namibia ein Mittagessen und das weitere Vorgehen wurde besprochen. Der Mitarbeiter sprach davon, dass wir über Johannesburg nach Windhoek fliegen sollten. Wir sagten ihm, dass wir dadurch unseren Anschlussflug verpassen würden und er versicherte uns, dass Air Namibia niemanden zurück lässt und wir dann mit dem späteren Flug von Air Namibia nach Frankfurt fliegen würden. Schriftlich hatten wir das jedoch nicht.

Am Morgen rief ich bei Air Namibia in Deutschland an und fragte nach dem Status. Bei denen war allerdings noch gar nicht angekommen, dass der Flug am Vortag abgesagt wurde, und so konnte mir auch keine weitere Auskunft gegeben werden. Nach dem Frühstück trafen wir uns alle in der Lobby und gingen dann zur vereinbarten Zeit zum Abholbereich. Es kam aber kein Bus. Irgendwann kam eine Mitarbeiterin des Hotels und sagte uns, dass wir jetzt anstatt um 10 Uhr um 13 Uhr abgeholt werden sollen, und dass wir nicht über Johannesburg, sondern direkt fliegen sollen. Das hätte von der Kommunikation auch besser laufen können. Ich habe einen Hotelmitarbeiter gefragt, wie oft das so vorkommt, dass ein Flug abgesagt wird und die Gäste hier ins Hotel kommen. Er meinte, mindestens zwei Mal im Monat.

Am Flughafen baten wir den Mitarbeiter beim Checkin, dass er unser Gepäck bis Frankfurt durchcheckt. Unsere Flüge hingen ja eigentlich nicht zusammen, aber das hat wunderbar geklappt! Der Online-Checkin bei Condor hat leider nicht geklappt, aber Der Flieger kam aus Maun und hatte schon ein paar Gäste an Bord. Wir flogen, wie versprochen, direkt nach Windhoek. Dort gingen wir in den Transit-Bereich und erklärten dem Mitarbeiter unsere Situation. Wir hatten ja noch keine Bordkarten für den Condor-Flug. Kein Problem! Er ging kurz zu den Schaltern und kam dann mit einem Mitarbeiter wieder, der unsere Pässe mitnahm und wir sollten einfach am Gate warten. Nach 20 Minuten kam er dann auch mit unseren Tickets. Wir nutzten die restliche Zeit, um Souvenirs zu kaufen. Die waren am Flughafen zwar etwas teurer als in Windhoek selbst, aber immer noch deutlich günstiger als in Victoria Falls.

Der Abflug verzögerte sich zwar um eine Stunde, da ein Passagier nicht an Bord war, aber sein Gepäck, aber das war uns egal. Nachdem das Gepäckstück entfernt wurde, ging es endlich los. Der Rückflug war auch wieder nicht ausgebucht und wir konnten uns jeder auf vier Plätzen hinlegen. 

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