Reisen

Sechs Tage in Tokio

Nach unserem Abflug am Sonntagnachmittag kamen wir am frühen Nachmittag in Tokio am Flughafen Haneda an. Neben Haneda kann man noch nach Narita fliegen, allerdings liegt dieser Flughafen etwas außerhalb. Nach der Einreise hoben wir zuerst Geld ab und holten eine weitere Suica-Karte, um damit die Bahnen nutzen zu können, ohne für jede Fahrt ein Ticket ziehen zu müssen. Wir mussten auf dem Weg zum Hotel, dem APA Hotel & Resort Nishishinjuku-Gochome-Eki Tower in Shinjuku, nur einmal umsteigen und die Fahrt dauerte ungefähr 45 Minuten. Google Maps ist übrigens eine ganz tolle App, um Bahnfahrten in Japan zu planen. Im Hotel konnten wir ab 15 Uhr einchecken und vorher ging wirklich gar nichts. Wir waren um 14:45 Uhr in der Lobby und konnten uns in die Schlange einreihen. Pünktlich um 15 Uhr begann das Personal dann mit dem Check-In. Unser Zimmer war im 8. Stock und wir wussten von der Buchung, dass es nicht groß sein würde. War es auch nicht, aber wir waren ja auch nur zum Schlafen da. 
 
Da es noch früh am Nachmittag war, machten wir uns auf den Weg zum Tokyo Metropolitan Government Building, um dort von der kostenlosen Aussichtsplattform auf die Stadt, und mit Glück auf den Fuji zu gucken. Der Fuji war allerdings, wie so oft, von Wolken verdeckt. Weiter ging es Richtung Bahnhof und auf dem Weg holten wir uns Udon-Nudeln mit Tempura bei Tsurumaru, einem kleinen Schnellrestaurant. Man kann in Japan für leckeres Essen sehr viel Geld ausgeben - muss es aber nicht! Pro Person zahlten wir weniger als fünf Euro. Im Anschluss zogen wir durch Shinjuku und liefen durch das Bar-Viertel Golden Gai, wo allerdings noch nicht so viel los war. In den engen Gassen reiht sich Bar an Bar, in die meistens nicht mehr als zehn Gäste passen.
 
 
 
Der zweite Tag begann mit einem leckeren Kaffee und Gebäck aus einem Café in der Nähe des Hotels und einer Fahrt nach Ginza, um dort Matcha-Parfait zu essen. Wir hatten eine lange Liste mit Restaurants und Cafés im Gepäck und im Salon Ginza Sabou machten wir den Auftakt. Er war nicht einfach zu finden, im Untergeschoss einer Mall, aber es hat sich gelohnt!
 
 
Der Asakusa-Schrein erwartete uns als nächstes und es folgte ein Fußmarsch zum Skytree, weil dort das Kirby-Café ist. Auf dem Weg kamen wir an einem Matcha-Store vorbei, was dazu führte, dass ich mir am Ende der Reise noch ein Matcha-Set kaufte. Am Kirby-Café wurden wir enttäuscht, weil man nur mit einer Reservierung rein kommt, also gingen wir in ein Okonomiyaki-Restaurant in der Mall. Wir überlegten noch, ins Planetarium zu gehen, aber aus Zeitmangel (es war schon später Nachmittag), gingen wir wieder zurück nach Asakusa, durch den Ueno-Park und weiter nach Akihabara, wo wir in den Retro-Store gingen. Hier gibt es noch zahlreiche alte Konsolen und Spiele zu kaufen. Zu später Stunde ging es wieder ins Golden Gai-Viertel, wo jetzt mehr los war und wir in einer Bar versackten.
 
 
Am Mittwoch hatten wir Tickets für das team Borderless Digital Art Museum. Hier lohnt es sich, vorab zu buchen, da nur eine begrenzte Zahl an Tagestickets bereitgestellt wird und selbst mit vorbestellten Tickets muss man sich in eine lange Schlange anstellen. Es lohnt sich aber! Auf dem Weg von der Bahnhaltestelle zum Museum liefen wir noch durch den Toyota Showroom.
 
 
Nach dem Besuch des Museums gingen wir in das Riesenrad und im Anschluss zur Gundam-Mall. Mit der Bahn fuhren wir nach Ginza, tranken Kaffee und schauten den Shinkansen-Zügen bei der Abfahrt zu. Nach einem Abstecher zum Hauptbahnhof liefen wir weiter zum Kaiserpalast, wo sehr viele Jogger unterwegs waren. Unser Weg führte uns zu einem Nudelrestaurant, welches in der Vergangenheit im Michelin-Guide erwähnt wurde und auf der Liste stand: Mugi to Olive. Das Restaurant hat nur 15 Plätze am Tresen und wir hatten Glück, dass wir direkt Plätze bekamen. Bestellt wird am Automaten und es war sehr lecker. Allerdings nicht die beste Nudelsuppe meines Lebens - die hatte ich in Kyoto. 
 
 
Für den Abend hatten wir uns die Roof-Top-Bar im 52. Stock des Andaz-Hotels herausgesucht. Hier zahlt man erstmal eine Gebühr von knapp 2000 Yen, dass man überhaupt dort sitzen darf, aber die Aussicht lohnt sich! Die Drinks kosten auch ungefähr 2000 Yen und sind den Preis auch wert. Mit der Annahme, dass in Tokio die U-Bahn ja wohl die ganze Nacht durch fahren würde, blieben wir, bis um 1 Uhr die Bar geschlossen wurde, um dann festzustellen, dass nachts keine Bahnen fahren. Ein Taxi hätte uns umgerechnet 40 Yen gekostet und da wir noch fit waren, entschieden wir uns neun Kilometer nach Hause zu gehen. In einem Family Mart (die haben in der Regel 24h offen) holten wir uns Wasser und Snacks und gingen los, mit dem Ziel, die von Google angezeigte Zeit zu unterbieten. Schafften wir auch um fünf Minuten.
 
 
Ausschlafen war angesagt und zum Frühstück holten wir uns ein Sandwich und Kaffe bei Dim Light Coffee, in der nähe der Yoyogi-Station. Rund um das Café gibt es noch eine Anzahl weiterer Bars und Restaurants. Es ist schön grün und man vergisst schnell, dass man in einer Metropole ist. Unser Ziel war der Meiji-Schrein mit dem Meiji Jingu Gyoen (kaiserlicher Garten) und dem Teehaus Kakuuntei. Anschließend liefen wir noch durch den Yoyogi-Park. Der Eintritt zum Garten (500 Yen) lohnt sich!
 
 
Über die Takeshita-Straße gingen wir zum sich im Bau befindenden Olympiastadion und wieder zurück zur Yoyogi-Station, wo wir an einem kleinen Büdchen, Nagiya Yoyogi, Yakitori-Spieße und gebratenes Gemüse mit Reis aßen. Am Bahnhof in Shinjuku kauften wir unsere Tickets für die Fahrt nach Kyoto und gingen im Anschluss in einem winzigen Restaurant in der Yakitori-Alley essen. Auch wenn man keinen Hunger hat, lohnt es sich, diese enge Gasse am Bahnhof zu durchqueren. Nach dem Essen führte uns der Weg wieder ins Golden Gai-Viertel. 
 
 
 
Der letzte volle Tag in Tokio führte uns nach Iidabashi. Wir wollten zur Tokyo Dome City und mit der Achterbahn fahren. Auf dem Weg von der Station dort hin gingen wir durch den Koishikawa Kōrakuen, einen Park neben dem Baseballstadion, und wurden dort von Mücken zerstochen. Aber der Besuch des Gartens hat sich trotzdem gelohnt (300 Yen Eintritt), wie auch die Fahrt mit der Achterbahn. Wir mussten nicht lange anstehen und gingen im Anschluss nach Suidobashi zum Essen in ein Automatenrestaurant. Zurück in Shinjuku arbeiteten wir einen weiteren Punkt der kulinarischen Liste ab und aßen bei Tokiya Dorayaki: Mit roter Bohnenpaste gefüllte Pfannkuchen. Auf dem Rückweg zum Hotel nahmen wir noch den Shinjuku Gyoen Park mit (500 Yen Eintritt) und können den Besuch hier ebenfalls empfehlen, nur vllt. nicht unbedingt mit Zeitmangel, denn für den Abend hatten wir bei Gonpachi in Roppongi reserviert und mussten uns im Hotel noch umziehen. Das Restaurant ist aus dem Film Kill Bill bekannt und einen Besuch wert (reservieren!). Im Anschluss gingen wir nach Shibuya, bummelten durch das Viertel und kauften ein paar Souvenirs.
 

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