Essen

Thai-Kochkurs auf Koh Lanta

Schon im Vorfeld haben wir uns entschlossen, in Thailand einen Kochkurs zu machen. Wir wählten dafür Time for Lime auf Koh Lanta. Auf der Insel gibt es mehrere Anbieter für Kochkurse, aber die zwei Anbieter, die drei Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt waren, hatten in der Woche keine Termine.

Time for Lime hat uns um 15 Uhr am Hotel abgeholt und nach dem Kurs um 22:30 wieder nach Hause gebracht. Die Kochschule unterstützt ein Tierheim, weswegen eine Buchung direkt beim Anbieter für mehr Unterstützung sorgt. Die Kosten lagen bei 2000 Baht pro Person, was aber bei der Länge des Kurses und der Qualität mehr als fair ist.

Zum Beginn gab es eine Einweisung in die thailändische Küche und die hauptsächlich verwendeten Zutaten. Wichtig sind die drei s: süß, sauer und salzig. Zusätzlich gibt es das Spezial-s für scharf. Für das erste S wird mit Palmzucker, brauner Zucker oder Ananas verwendet, für das saure S Limettensaft (niemals kochen!) oder Tamarindsoße (kann man kochen), für das salzige S kann man gut Fischsoße verwenden. In meinen Notizen habe ich mir noch aufgeschrieben, dass wenn Limettensaft verwendet wird, auch Fischsoße mit ins Essen kommt.

Ebenfalls wichtig ist der Zustand, in dem Zutaten ins Essen kommen. Dieser entscheidet darüber, ob sie zum Essen im Gericht sind, oder nur Geschmack abgeben sollen. Fein gehackt bedeutet, dass man es essen kann. Im ganzen Stück soll man es nicht essen.

Im Anschluss bereiteten wir eine kleine Vorspeise zu: Thailand in one bite. Das Rezept dafür gibt es auf der Webseite von Time for Lime. Die Zutaten erhält man im gut sortieren Asia Shop, wobei die Pfefferblätter, die ich in Frankfurt gefunden habe, deutlich kleiner waren als in Thailand. Die Vorspeise kommt auf jeden Fall gut an, weil man die Zutaten, die man nicht mag, auch einfach weglassen kann.

Nun ging es für uns an die Kochstellen. Jeder Teilnehmer hat einen Arbeitsplatz zum Schneiden und einen zum Kochen. Eigene Chilipaste musste hergestellt werden, wobei die Angestellten schon Vorarbeit geleistet hatten. Nach einer Einweisung, wie man die verschiedenen Messer benutzt, schnippelten wir los. Es gab einen großen Steinmörser und jeder musste mal ran und die von den Teilnehmern geschnippelten Zutaten verarbeiten. Am Ende gab es den Vergleich von Currypaste aus dem Supermarkt und der selbst hergestellten. Den Unterschied schmeckt man!

Dass es ein riesiger Aufwand ist, selbst Currypaste herzustellen, weiß auch die Besitzerin der Kochschule und empfiehlt eine Currypaste, die fast wie selbstgemacht schmeckt. In der Kochschule gibt es Sets für daheim zu kaufen mit Chilipaste, Kokosmilch, Soja-, Austern- und Fischsoße, aber es wird fairerweise auch gesagt, dass man alle Zutaten im gut sortierten Asia Shop erhält. 

Das Menü des Abends bestand aus: knusprigen Frühlingsrollen, Currypaste mit Garnelen, sowie gebratenes Gemüse mit Fisch oder Hähnchen in roter Currysoße. Die Rezepte für die Hauptgerichte sind nicht auf der Webseite von Time for Lime.

 

Die Angaben in den Rezepten beziehen sich jeweils auf einen Wok, der sich über einer Flamme befindet (die Garnelen für zehn Sekunden in den Wok...). Wir haben einen Elektroherd in der Küche, und darauf dauert alles etwas länger.

Fisch mit roter Currysoße für vier Personen

800g Fisch mit hellem Fleisch (z.B. Dorsch)
Öl zum Braten, Grillen geht auch
Salz und Pfeffer

Soße:
2-3 Esslöffel Rapsöl
2-3 Esslöffel rote Currypaste
200ml Kokosmilch
1,5 Esslöffel brauner oder Palmzucker
2 Esslöffel Fischsoße
Prise Salz
1 Esslöffel Tamarindsoße

Dazu eine große milde Chili, in schmale Streifen geschnitten, und fein gehackte Kaffernlimettenblätter. Als Beilage gebratenes Gemüse und Reis.

Zubereitung:
Den Fisch mit Salz und Pfeffer auf dem Grill oder in der Pfanne zubereiten.

In einem Topf Öl und Currypaste bei mittlerer Hitze erwärmen und rühren, bis die Aromen freigesetzt werden. Man soll ein Geräusch hören, welches sich wie "chu chi" anhört. Dann 1/3 der Kokosmilch dazugeben und rühren, bis es dicker wird. Den Vorgang wiederholen, bis die Kokosmilch komplett im Topf ist. Nun Zucker, Fisch- und Tamarindsoße dazu und zwei Minuten köcheln lassen. Abschmecken nicht vergessen und Salz oder Zucker hinzugeben.

In der vegetarischen Variante der Soße kann Fischsoße mit Sojasoße ersetzt werden.

Ich habe bisher immer die Currypaste mit Chilipaste ersetzt. Schmeckt auch! Wahrscheinlich habe ich deswegen auch noch kein "chu chi" gehört.

Garnelen in gerösteter Chilipaste für vier Personen

2 Esslöffel Rapsöl
4 Knoblauchzehen, zerhackt
1 mittelgroße Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten
500g Garnelen
4 Esslöffel geröstete Chilipaste
2 Teelöffel brauner oder Palmzucker
2 Esslöffel Fischsoße
2 Esslöffel Austernsoße
100ml Brühe oder Wasser
1 große Chili, in schmale Streifen geschnitten
20 Thaibasilikumblätter
1 Limette in Viertel geschnitten

Zubereitung:
In einer Schüssel Chilipaste, Fisch- und Austernsoße mit Brühe oder Wasser und Zucker vermischen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Danach im Wok (oder Pfanne) Knoblauch, Zwiebeln und Chili auf mittlerer bis hoher Temperatur anbraten, bis der Knoblauch Aromen freisetzt. Nun die Temperatur erhöhen und die Garnelen hinzugeben, bis sie ihre Farbe verändern (geht im Wok auf Gasflamme sehr schnell!). Zuletzt die Soße und Basilikumblätter in den Wok geben und für 30 Sekunden rühren. Abschmecken nicht vergessen und wenn es zu trocken wird, einfach etwas mehr Brühe oder Wasser hinzugeben.

Mit Reis servieren und mit weiteren Thaibasilikumblättern dekorieren. Die Limetten erst direkt vor dem Essen zerdrücken!

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