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InterWhisky 2016 in Frankfurt

Von meinem Arbeitskollegen Akito wurde ich gefragt, ob ich mit zur InterWhisky 2016 wolle, die im Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt stattfand. Da ich bisher noch nicht so tief in die Whisky-Welt eingetaucht bin, sagte ich zu. Bisher beschränkten sich meine Erfahrungen mit Whisky auf Jim Beam und Jack Daniels mit Cola, sowie ein paar Flaschen, die ich geschenkt bekommen hatte. Davon hat mir einer sehr gut geschmeckt, allerdings habe ich mir den Namen nicht gemerkt, was vllt. etwas dumm war. Daneben habe ich noch die Flasche Robert Burns von der Isle of Arran, die mir Simon im Studium mitgebracht hat und die geöffnet werden sollte, wenn Borussia Dortmund die nächste Meisterschaft holt. Damals wurde ich ausgelacht, aber inzwischen hat der BVB zwei Meisterschaften geholt, nur sind wir bisher noch nicht wieder in der Konstellation von damals zusammen gekommen, weswegen die Flasche immer noch geschlossen ist.

Die Tore öffneten sich am Sonntag um 12 Uhr und wir waren auch kurze Zeit später in der Schlange. Es dauerte nicht lange, bis wir unsere Jacken an der Garderobe abgeben konnten und in den schönen Saal eintraten. Wir erhielten ein kleines Ringbuch mit Informationen über die mehr als 30 Aussteller und Platz für Notizen. Dazu gab es einen Kugelschreiber und ein Probierglas, welches man immer gegen ein frisches Glas austauschen konnte. 

An den Ständen konnte man Whiskey gegen Chips probieren. Die Chips konnte man am Eingang kaufen und später auch wieder zurücktauschen. Außerdem gab es die Möglichkeit, einen Glashalter zu kaufen. Damit kann man sich das Glas um den Hals hängen. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt unter anderem mit Brezeln, Lachsbrötchen und Currywurst.

Da wir sehr früh auf der Messe waren, war es noch nicht sehr voll und wir verschafften uns einen Überblick. Die Aussteller waren auf zwei Ebenen zu finden und im 1. Stock gab es zusätzlich eine Zigarrenlounge. Beim Stand von Whiskyspirits gönnten wir uns unseren ersten Whisky: Clynelish von Signatory Vintage. Für mich etwas zu streng, erst nach der Zugabe von ein paar Tropfen Wasser genießbar.

Zusätzlich zum Eintritt hatten wir eine Masterclass gebucht: Glenmorangie Distillery - the pursuit of perfection. Der Manager der Distillerie, Andy McDonald, erzählte uns von der Geschichte der Distillerie, der Herstellung verschiedener Whiskys und hatte fünf Produkte seines Hauses zum Probieren dabei, wobei einer nicht käuflich zu erwerben ist. Besonders bei Glenmorangie ist, dass die Brennblasen sehr hoch sind, so dass der Whisky einen weichen Geschmack erhält.

 

Es fing an mit dem zehn Jahre im Bourbonfass gereiften Original. Die Fässer kommen aus den USA und werden maximal zweimal verwendet. Mit auf den Weg wurde uns gegeben, dass der Single Malt nach Vanille und Kokosnuss (vom Holz), Orange und Pfirsich (von der Fermentation) schmeckt. Ich belasse es mal bei mild und angenehm zu trinken. So fein ist mein Geschmack nicht ausgebildet.

Als zweiter Whisky wurde der Nectar d´Or präsentiert. Dieser Whisky erhält nach den zehn Jahren im Bourbonfass noch zwei Jahre in Sauternes-Weinfässern. Vom Manager wurde dazu weiße Schokolade empfohlen. Insgesamt hat er mir besser geschmeckt, als der Original. Auf den Bildern in der Präsentation waren Zitrusfrüchte, Vanille, Kokosnuss, Schokolade und Honig.

Es folgte Quinta Ruban. Wieder ein zwölf Jahre alter Single Malt, der die letzten zwei Jahre in portugiesischen Portweinfässern reift. Die Farbe erinnert an einen Rosé, vom Geschmack her auch ein leckerer Whisky, mit etwas Minze.

Mein käuflicher Favorit war der vierte Whisky: Signet. Die Gerste wird hier mit einer sehr hohen Temperatur geröstet und riecht stark nach Schokolade. Um dies zu zeigen wurde ein Glas mit gerösteter Gerste herumgereicht. Leider kommt Qualität mit einem Preis: die 0,7L Flasche kostet über 130 €.

Als Spezial brachte Andy einen 14 Jahre alten Whisky mit, der direkt aus dem Sherryfass (siehe Bild oben) abgefüllt wurde und im Handel nicht erhältlich ist. Der war auch noch leckerer als der Signet.

Bei allen Whiskys sollten wir nach dem ersten Probieren einen Spritzer Wasser hinzufügen. "To release the serpent" nannte es Andy. Geschmacklich waren beide Varianten lecker, aber halt verschieden!

Mit auf den Weg gab er uns, dass wenn wir die Distillerie mal besuchen wollen, wir am besten im Mai oder September kommen, weil es da nicht so voll ist.

Im Anschluss gingen wir ins Erdgeschoss, um etwas zu essen und weitere Whiskys zu probieren. Nachdem ich in Heathrow einen 25 Jahre alten Lagavulin für 950 Pfund die Flasche gesehen hatte, hoffte ich, diesen hier zu finden, um ihn probieren zu können. Allerdings war die Marke auf der Messe nicht vertreten. Ich wollte nun einen japanischen Whisky kaufen, allerdings hatte der Verkäufer scheinbar kein großes Interesse, so dass mich Akito auf den Macallan Fine Oak (12 Jahre) aufmerksam machte - einer seiner Favoriten. Dieser schmeckte auch nicht schlecht.

Bei Whiskyspirits probierte ich noch einen Blair Athol von 1988, der mir empfohlen wurde, nachdem ich nach etwas schokoladigem gefragt hatte. Auch ein sehr leckerer Tropfen, jedoch auch wieder preislich über 100 €. Danach kaufte ich bei einem anderen Stand noch einen japanischen Whisky: Akashi Single Malt - schön mild. Laut Akito mögen die Japaner die rauchigen auch nicht. Es folgte ein Eagle Rare Kentucky Straight Bourbon, welcher schön vanillig war und Writer´s Tears Copper Pot - sehr fruchtig und bestimmt bald in meinem Sortiment zu Hause vorhanden. 

Der Besuch auf der Messe hat mir viel Spaß gemacht, es war auch später nicht so voll, wie Akito es vom Vorjahr berichtet hatte (allerdings Samstag). Nächstes Jahr geht es bestimmt wieder hin, da es noch viel zu entdecken gibt, wie zum Beispiel Whisky aus Deutschland.

Hier noch ein paar Impressionen:

   

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